10.11.2022

Riesigen Tunnel entdeckt, der zu Kleopatras Grabstätte führen könnte

Wie Archäologen bekannt gegeben haben, ist ihnen eine der wichtigsten Entdeckungen der letzten Jahre gelungen: Einen riesigen Tunnel unterhalb eines alten ägyptischen Tempels.

 

Mit dem Tod der legendären Königin Kleopatra VII. im Jahr 30 vor unserer Zeitrechnung ging auch das große hellenistische Ptolemäerreich zu Ende und Ägypten wurde zu einer Provinz des Römischen Reiches. Fast 300 Jahre lang hatte die makedonisch-griechische Dynastie im alten Ägypten geherrscht und für etliche architektonische Großtaten gesorgt - wie den Leuchtturm und die Bibliothek von Alexandria.

Für eine solche Person, die einst so mächtig war und auch in unserer jetzigen Zeit jedes Schulkind kennt, ist es erstaunlich, dass das Grab dieser letzten Königin des hellenistischen Ptolemäerreiches und zugleich auch weiblichen Pharaos Ägyptens bis heute unentdeckt bleiben konnte.

 

Wie LBC.co.uk berichtet, ist sich die Archäologin Kathleen Martinez von der Universidad Autónoma de Santo Domingo (UASD) in der Dominikanischen Republik sicher, dass ein in der ägyptischen Region Alexandria entdeckter Tunnel direkt zur Grabkammer der berühmten Königin Kleopatra führt. Der von den Experten als ein „geometrisches Wunder" bezeichnete, riesige Tunnel befindet sich 13 Meter tief unter dem Taposiris Magna Tempel, ist ca. 1,80 Meter hoch und erstreckt sich über eine Länge von rund 1.465 Metern.


Falls es zutreffen sollte, dass dieser Tunnelgang tatsächlich zur letzten Ruhestätte von Kleopatra führt, würde es sich zweifellos um eines der größten archäologischen Entdeckungen aller Zeiten handeln. Archäologen hatten schon lange vermutet, dass sie unter dem Tempel begraben worden sein könnte, da Kleopatra mit Cäsars Adoptivsohn und Erbe Oktavian (dem späteren Kaiser Augustus) ausgehandelt hatte, dass er ihren toten Geliebten, den römischer Politiker und Feldherr Marcus Antonius (um 82 v. Chr. 30 v. Chr.), in Alexandria bestatten lässt.

 

Laut den Aufzeichnungen soll Kleopatra nur knapp zwei Wochen nach Marcus Antonius unter historisch ungeklärten Umständen gestorben sein und von Octavian - wie versprochen - zusammen mit ihrem Geliebten in dem von ihr errichteten Mausoleum in Alexandria beigesetzt worden sein - doch ihre Leichname konnten bis heute nicht dort gefunden werden.


Martinez spekuliert schon lange, dass Kleopatra und ihr Geliebter, der römische General Marcus Antonius, in Taposiris Magna (auch Abu Sir oder Abusir genannt), etwa 50 Kilometer westlich von Alexandria, begraben wurden. Die Stadt wurde von Pharao Ptolemaios II. Philadelphus zwischen 280 und 270 v. Chr. gegründet und der Name bedeutet so viel bedeutet wie »großes Grab von Osiris«. Als Zentrum für religiöse Feste befindet sich dort auch ein dem Gott Osiris geweihter Tempel und da sich Kleopatra selbst als die Inkarnation seiner Gattin, der Göttin Isis, sah, ist es für Martinez nur logisch, dass dies der einzige für sie akzeptable Ort war, um ihr Leben zu beenden, nachdem sie aus dem nahe gelegenen Alexandria geflohen war. So wollte sie vermeiden, dass sie nach Rom gebracht und dort öffentlich gedemütigt werde.

 

Der Tunnel hat bereits eine Reihe kleinerer Artefakte zutage gefördert, wie Keramik, die unter Schlammsedimenten gefunden wurde, und Münzen mit dem Portrait von Kleopatras selbst. Wenn ihr Grab wirklich irgendwo in diesem unterirdischen Gang verborgen liegt, dürfte es nicht mehr lange dauern, bis es gefunden wird.

 

© Fernando Calvo* für Terra Mystica

Foto: Ministry of Tourism and Antiquities


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