22.12.2020

Besitzt unsere Galaxie fast nur ausgelöschte Zivilisationen?


Für ihre Arbeit setzten die Wissenschaftler eine Kombination aus moderner Astronomie und statistischer Modelle ein, um das Entstehen und die Zerstörung intelligenter Zivilisationen im Laufe der Zeit zu berechnen. Dabei berücksichtigten sie die wesentlichsten Faktoren, von denen angenommen wird, dass sie die Entwicklung intelligenten Lebens beeinflussen, wie z. B. die Häufigkeit sonnenähnlicher Sterne, die erdähnliche Planeten beherbergen könnten, die Häufigkeit tödlicher, strahlungsintensiver Supernovae, die Wahrscheinlichkeit und die Zeit, die für die Entwicklung intelligenten Lebens erforderlich ist, wenn die Bedingungen stimmen, und die mögliche Tendenz fortgeschrittener Zivilisationen, sich selbst zu zerstören.

 

Im Grunde hat die Studie eine aktualisierte Version der berühmten Drake-Gleichung als Basis genommen - eine Formel, die von dem Astronomen Frank Drake erstellt und von dem Astronomen Carl Sagan popularisiert wurde, die versuchte, die Anzahl intelligenter außerirdischer Zivilisationen in unserer Galaxie zu bestimmen, basierend auf mehreren Faktoren wie der Anzahl der Planeten, die sich bilden, und wie viele von diesen auch Leben entwickelt haben könnten.

 

Die Forscher stellten schließlich fest, dass alle außerirdischen Zivilisationen, die heute in der Milchstraße existieren könnten, noch relativ jung sein müssten und die meisten der älteren sich bereits selbst ausgelöscht haben dürften. Zudem würden sie sich hauptsächlich entlang eines Bandes von sonnenähnlichen Sternen befinden, das etwa 13.000 Lichtjahre vom galaktischen Kern entfernt ist.

 

Auch die Astrophysiker Tom Westby und Christopher Conselice kamen in ihrer im Juni dieses Jahres im Astrophysical Journal veröffentlichten Studie ebenfalls zu dem Resultat, dass intelligentes Leben zur Selbstzerstörung verdammt sei (wir berichteten hier).

 

Da wir jedoch tatsächlich überhaupt keine Ahnung haben, wie lange eine Zivilisation braucht, um sich selbst zu zerstören oder ob sie es auch zwingend tun muss, sowie auch alle Drake-Faktoren sehr hypothetisch sind, kann man wohl getrost behaupten, dass sämtliche Studien dieser Art noch einen erheblichen Spielraum für Fehlerquoten beinhalten.

 

© Fernando Calvo* für Terra Mystica

Foto: Pixabay


* Die Beiträge unterliegen dem Urheberrechtsschutz und das Kopieren ist nur für nichtkommerzielle Zwecke und dem deutlich sichtbaren Hinweis auf den Autor und dem Direktlink zu http://terra-mystica.jimdofree.com gestattet. Siehe unsere Urheberrechtsbestimmungen.

_______________________________________________________________