10.02.2022

Erstmals isoliertes Schwarzes Loch von stellarer Masse nachgewiesen

Astronomen haben das erste bekannte Schwarze Loch mit stellarer Masse entdeckt, das seine Bahn als Einzelgänger durch das All zieht.

 

Schwarze Löcher gibt es in den unterschiedlichsten Größen und während viele nur etwa drei bis hundert Sonnenmassen besitzen (sogenannte Schwarze Löcher von »stellarer Masse«), gibt es auch die supermassereichen Schwarze Löcher, die die millionen- oder milliardenfache Masse der Sonne aufweisen (auch supermassive Schwarze Löcher genannt).

Die meisten bisher entdeckten Schwarzen Löcher befanden sich in Doppelsternsystemen, vor allem deshalb, weil sie durch die Wechselwirkungen mit ihren Partnern leichter zu identifizieren waren. Das nun von Astronomen um Kailash Sahu vom Space Telescope Science Institute in Baltimore entdeckte Schwarze Loch befindet sich weit draußen in der Milchstraße, etwa 5.150 Lichtjahre von der Erde entfernt, und ist das erste seiner Art, das jemals entdeckt wurde.

 

Während Physiker lange Zeit davon ausgingen, dass Schwarze Löcher mit stellarer Masse auch isoliert existieren können, erwies sich der Nachweis eines solchen Lochs in der leeren Schwärze des Weltraums aber als äußerst schwierig. Doch mit Hilfe des Hubble-Weltraumteleskops und eines Phänomens, das als Gravitationslinseneffekt bekannt ist, ist es nun aber endlich gelungen, eines dieser Objekte direkt nachzuweisen.


Wie die Wissenschaftler in ihrer im Astrophysical Journal veröffentlichten Studie schreiben, schätzen sie, dass dieses isolierte Schwarze Loch etwa die 7,1-fache Masse der Sonne hat. Sie fanden auch heraus, dass es sich mit einer Geschwindigkeit von etwa 162.000 km/h durch den Raum bewegt. Dies deutet darauf hin, dass das Schwarze Loch durch die Supernova-Explosion, aus der es entstanden ist, einen Schub erhalten haben könnte.

 

„Wir wissen jetzt, dass isolierte Schwarze Löcher existieren", erklärte Sahu als Studien-Hauptautor gegenüber Space.com. „Und sie haben eine ähnliche Masse wie die Schwarzen Löcher in Doppelsternsystemen. Und es muss viele von ihnen da draußen geben. Es benötigte zwei Jahre der Planung, gefolgt von sechs Jahren Beobachtung mit Hubble, aber es war sehr befriedigend, die unglaublichen Ergebnisse zu sehen.“

 

© Fernando Calvo* für Terra Mystica

Foto: NASA


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