16.03.2022

Hubble-Teleskop erfasst »stellaren Wutanfall« eines jungen Sterns

Das Hubble-Weltraumteleskop hat einen jungen Stern eingefangen, der sich in einem »stellaren Wutanfall« befindet.

 

So ein stellarer Wutanfall wird von einem extrem jungen Stern in der frühesten Phase seiner Entstehung erzeugt und besteht aus einem glühenden Gasstrahl, der sich mit Überschallgeschwindigkeit bewegt. Beim Zusammenprall des Strahls mit dem Material, das den noch in der Entstehung begriffenen Stern umgibt, erhitzten die Stoßwellen dieses Material und bringen es zum Glühen. Das Ergebnis sind farbenprächtige Strukturen, die Astronomen als Herbig-Haro-Objekte bezeichnen und die sich rechts unten in der nun von der US-Raumfahrtbehörde NASA auf ihrer Webseite veröffentlichten Aufnahme wellenförmig ausbreiten.

Herbig-Haro-Objekte entwickeln und verändern sich innerhalb weniger Jahre erheblich. Dieses spezielle Objekt mit der Bezeichnung HH34 wurde bereits zwischen 1994 und 2007 von Hubble aufgenommen, und 2015 erneut in voller Pracht. HH34 befindet sich etwa 1.250 Lichtjahre von der Erde entfernt im Orionnebel, einer großen Region mit Sternentstehung, die auch mit bloßem Auge sichtbar ist. Der Orionnebel ist einer der der Erde am nächsten gelegenen Orte ausgedehnter Sternentstehung und wird daher von Astronomen auf der Suche nach Erkenntnissen über die Entstehung von Sternen und Planetensystemen erforscht.

Die Daten in diesem Bild stammen aus einer Reihe von Hubble-Beobachtungen von vier nahe gelegenen hellen Jets mit der Wide Field Camera 3, die den Weg für künftige wissenschaftliche Arbeiten mit dem James Webb-Weltraumteleskop der NASA/ESA/CSA ebnen sollen.

 

Webb - das vorwiegend im Infrarotbereich beobachten wird - wird in der Lage sein, in die staubigen Hüllen zu blicken, die die sich noch bildenden Protosterne umgeben, was die Untersuchung der Jets dieser jungen Sterne revolutionieren wird. Die hochauflösenden Hubble-Bilder von HH34 und anderen Jets werden den Astronomen helfen, zukünftige Beobachtungen mit Webb zu interpretieren.

 

© Fernando Calvo* für Terra Mystica

Foto: ESA/Hubble & NASA, B. Nisini


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