19.10.2020

Nur knapp einer Weltraumschrott-Katastrophe entkommen

Letzte Woche sind wir einer Weltraumschrott-Katastrophe nur knapp entkommen, als zwei große Objekte dicht aneinander vorbeisausten.

 

Man schätzt, dass sich zur Zeit über 750.000 künstliche Objekte mit einem Durchmesser von mehr als einem Zentimeter und einem Gesamtgewicht von 700.000 Tonnen in Umlaufbahnen um die Erde befinden - und ständig kommen neue Trümmer hinzu. Diese Teile sind hauptsächlich ausgediente Satelliten, verbrauchte Raketenstufen, Schrauben, Bolzen sowie andere künstliche Objekte und immer wieder warnen Wissenschaftler vor der Gefahr, die von diesem Weltraumschrott ausgeht. Sie weisen darauf hin, dass selbst die allerkleinsten Teilchen zur großen Katstrophe werden und sich genauso zerstörerisch erweisen könnten, wie die großen Stücke.


Denn wenn auch einige Trümmerteile nur so groß wie ein Reiskorn sind, entfalten sie durch die aufkommenden Geschwindigkeiten enorme kinetische Energien, die beim Zusammenstoß mit einem Satelliten oder Raumfahrzeug katastrophale Folgen hätten. Und auch die Internationale Raumstation »ISS« musste schon bereits einige Male Ausweichmanöver fliegen, weil ihr die Trümmer gefährlich nahe kamen. Im März 2012 hatte die Besatzung jedoch keine Zeit mehr dazu, da die Vorwarnzeit zu knapp ausgefallen war. Ihr blieb nur noch die Flucht in eine angedockte Raumkapsel, um dort Schutz zu suchen und zu beten.

 

Wie LeoLabs, ein US-Unternehmen, das sich auf das Tracking von Weltraummüll spezialisiert hat, in verschiedenen Tweets berichtete, wurde das Problem mit diesem Weltraummüll vergangene Woche wieder extrem deutlich, als sich zwei große Teile mit einer Gesamtmasse von etwa 2,8 Tonnen - eine alte chinesische Raketenstufe »CZ-4C R/B« und ein ausgedienter russischer Parus-Militärsatellit - in 960 Kilometern Höhe über dem Südatlantik auf einem potenziellen Kollisionskurs befanden. Laut den Beobachtungen des LeoLabs Kiwi Space Radar hatten beide Objekte am Freitag um 12:56 Uhr MEZ ihre Flugbahn mit einer Geschwindigkeit von 52.950 km/h in nur rund 12 Meter Entfernung voneinander gekreuzt.

 

Wären sie zusammengestoßen, hätten die Trümmer zwar keine direkte Bedrohung für das Leben auf der Erde dargestellt, aber eine riesige Menge von neuem Weltraummüll im Erdorbit erzeugt, da beim Aufprall Zehntausende neuer Trümmerteile in die Umlaufbahn unseres Planeten hinzugekommen wären. Und das Risiko einer Kollision lag mit bis zu 20% ziemlich hoch, was bei Astronomen im Vorfeld natürlich für große Anspannung sorgte. „Kein Hinweis auf eine Kollision", gab LeoLabs schließlich auf Twitter Entwarnung. „CZ-4C R/B überflog das LeoLabs Kiwi Space Radar 10 Minuten nach der TCA [Time of Closest Approach: Zeitdauer bis zur dichtesten Annäherung]. Unsere Daten zeigen nur ein einziges Objekt, ohne Anzeichen von Trümmern, so wie wir gehofft hatten.“

 

Angesichts der Menge an Trümmern, die sich dort oben befinden, ist es jedoch nur eine Frage der Zeit, bis es tatsächlich zu einer Kollision dieser Art kommt. Deshalb sollte die Bereinigung unserer Erdumlaufbahn in den kommenden Jahrzehnten große Priorität haben. Eine Lösung könnte die Raumsonde mit dem Namen »RemoveDEBRIS« (deutsch: Beseitige Müll) sein, die Teil eines laufenden europäischen Forschungsprojekts ist, das unterschiedliche praktische Lösungen für dieses Problem des stetig anwachsenden Weltraumschrotts untersuchen soll (wir berichteten hier). Die Sonde wurde bereits im Oktober 2018 zur Internationalen Raumstation befördert und 2019 im Weltraum erprobt. Bei ihrem Test feuerte sie ihre Harpune mit einer Geschwindigkeit von 20 Metern pro Sekunde auf ein im Erdorbit stationiertes und ausgedientes Solarmodul. Trotz der Komplexität des Experiments soll das Manöver ein voller Erfolg gewesen sein.

 

© Fernando Calvo* für Terra Mystica

Foto: Pixabay, CC0 Creative Commons

Karte mit Weltraummüll im Erdorbit
Karte mit Weltraummüll im Erdorbit

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