08.10.2020

Sechs Galaxien im Netz eines riesigen Schwarzen Lochs

Astronomen haben sechs 12,9 Milliarden Jahre alte Galaxien entdeckt, die sich im »kosmischen Netz« eines ebenso alten supermassiven Schwarzen Lochs befinden.

 

Nur wenige kosmische Phänomene sind so beängstigend und geheimnisvoll wie Schwarze Löcher - Objekte im Universum, deren Gravitationskräfte dermaßen groß sind, dass ihnen nichts, selbst das Licht nicht, entweichen kann. Doch wie genau supermassive Schwarze Löcher im frühen Universum entstehen konnten, ist den Wissenschaftlern bisher ein Rätsel, das sie schon seit vielen Jahren zu lösen versuchen. Denn wie ist es ihnen gelungen, kurz nach der Entstehung des Universums so schnell zu wachsen und woher nahmen sie die so große Mengen an Materie, die sie dazu benötigten?

Doch jetzt haben Astronomen mittels dem Very Large Telescope (VLT) der Europäische Südsternwarte (ESO) etwas entdeckt, das helfen könnte, einige dieser Fragen zu beantworten: Sechs Galaxien, die rund 900 Millionen Jahre nach dem Urknall - also als unser Universum nur etwa sechs Prozent seiner heutigen Größe hatte - um ein supermassives Schwarzes Loch herum entstanden, das die eine milliardenfache Masse der Sonne aufweist

 

Wie die Astronomen in ihrer im Astronomy & Astrophysics veröffentlichten Studie schreiben, befindet sich diese ungewöhnliche Gruppierung in einer Entfernung von 12,9 Milliarden Lichtjahren in einer riesigen Gaswolke, die den etwa 300-fachen Durchmesser der Milchstraße aufweist, und man nimmt an, dass sich die sechs Galaxien und das supermassive Schwarze Loch mit der Bezeichnung »SDSS J1030+0524« wahrscheinlich von dem umgebenden Gas bildeten, das aus verstrickten kosmischen Netzfilamenten besteht. „Die kosmischen Netzfilamente sind wie Spinnennetzfäden", erklärt der leitende Studienautor Marco Mignoli in einem Statement der ESO. „Die Galaxien stehen und bilden sich dort, wo sich die Filamente kreuzen und Gasströme - die sowohl den Galaxien als auch dem zentralen supermassiven Schwarzen Loch als Kraftstoff zur Verfügung stehen - können entlang dieser Filamente fließen.“

 

Diese gigantische als »kosmisches Netz« bezeichnete Struktur konnte bisher nur in den theoretischen Modellen der Astronomen nachgewiesen werden und besteht aus riesigen Gasfilamenten (meist Wasserstoff) die kurz nach dem Urknall entstanden. Dieses Gas verdichtete sich im noch jungen Universum zu Schichten, die sich in der Folge zu langen Fäden zusammenzogen und zu sogenannten Filamenten zwischen den Galaxien wurden.

 

Die Wissenschaftler glauben, dass es in der Nähe auch andere Galaxien geben könnte, die jedoch zu schwach leuchten, um erfasst zu werden. „Wir glauben, dass wir gerade die Spitze des Eisbergs gesehen haben und dass die wenigen Galaxien, die bisher um dieses supermassive Schwarze Loch herum entdeckt wurden, nur die hellsten sind", so die Studien-Koautorin Barbara Balmaverde. Es ist das erste Mal, dass man eine solche enge Ansammlung von Galaxien beobachten konnte, die bereits kurz nach dem Urknall entstanden.

 

© Fernando Calvo* für Terra Mystica

Foto: SO/L. Calçada

Illustration der sechs Galaxien aus der Frühzeit des Universums
Illustration der sechs Galaxien aus der Frühzeit des Universums

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