06.05.2022

Studie: Es dauert mind. 2.000 Jahre, bis wir Außerirdische kontaktieren

Einer neuen Studie zufolge könnte es noch sehr lange dauern, bis wir einen Kontakt zu intelligente von Außerirdische aufnehmen können.

 

Die Frage, ob wir allein im Universum sind, bleibt eines der größten philosophischen Rätsel unserer Zeit und obwohl es eigentlich unvorstellbar erscheint, dass unsere eigene Spezies tatsächlich die einzige Lebensform darin sein soll, spricht die Tatsache, dass wir noch keine Spuren fremdes intelligentes Leben gefunden haben, für diese Möglichkeit - doch ebenso gibt es Argumente für das Gegenteil.


Die Suche nach Beweisen für intelligente außerirdische Zivilisationen ist vielleicht eines der wichtigsten Unterfangen, das die Menschheit je unternommen hat. Sie hat das Potenzial, nicht nur die uralte Frage zu beantworten, ob wir allein im Universum sind oder nicht, sondern auch unser Selbstverständnis grundlegend zu verändern und zu zeigen, was es bedeutet, Mitglied einer weitreichenden kosmischen Gemeinschaft zu sein. Unwiderlegbare Beweise für außerirdisches Leben zu finden, erweist sich jedoch als sehr schwierig - zumal man nicht weiß, ob diese uns überlegenen Zivilisationen überhaupt entdeckt werden möchten und nicht vielleicht technische Möglichkeiten nutzen, sich unseren Blicken zu entziehen.

 

So zeigt das Fermi-Paradoxon den Widerspruch zwischen der wahrscheinlichen Existenz außerirdischer Zivilisationen und der Tatsache, dass wir immer noch nie einer begegnet sind. Es legt die Schlussfolgerungen nahe, dass es entweder keine Außerirdischen gibt oder dass sie so selten sind, dass es unwahrscheinlich ist, dass wir ihnen jemals begegnen würden.

Und in ihrer im Fachjournal The Astrophysical Journal veröffentlichten Studie kommen die Autoren Wenjie Song und He Gao vom Fachbereich Astronomie der chinesischen Beijing Normal University zu der Schlussfolgerung, dass es noch rund 400.000 Jahre dauern könnte, bis die Menschheit tatsächlich Kontakt mit einer intelligenten außerirdischen Zivilisation aufnimmt. Zu dieser extrem langen Zeitspanne kamen sie, nachdem sie zunächst die berühmte Drake-Gleichung als Basis anwendeten - eine Formel, die von dem Astronomen Frank Drake erstellt und von dem Astronomen Carl Sagan popularisiert wurde. Mit ihr wird versucht, die Anzahl intelligenter außerirdischer Zivilisationen in unserer Galaxie zu bestimmen, basierend auf mehreren Faktoren wie der Anzahl der Planeten, die sich bilden, und wie viele von diesen auch Leben entwickelt haben könnten.

 

Diese Methode ist jedoch nicht frei von Fehlern, da viele der verwendeten Zahlen nur Schätzungen unbekannter Variablen sind. In den Berechnungen von Song und Gao flossen zudem Daten zur galaktischen Sternentstehungsgeschichte, der Metallizitätsverteilung und der Wahrscheinlichkeit, dass Sterne in ihren bewohnbaren Zonen erdähnliche Planeten beherbergen.

Mit den optimistischen Variablen ergaben sich über 42.000 kommunizierende außerirdische intelligente Zivilisationen (CETIs), was sich zwar nach viel anhört, es aber nicht ist, wenn man es über die gesamte Galaxie seit ihrer Entstehung verteilt. Außerdem müssten wir weitere 2.000 Jahre warten, um eine Zwei-Wege-Kommunikation zu erreichen. Im pessimistischen Szenario ist ergeben sich nur etwa 111 CETIs in der Milchstraße und unsere eigene Zivilisation noch weitere 400.000 Jahre überleben müsste, um mit ihnen in Verbindung zu treten.

 

„Die meisten Studien zu diesem Problem beruhen auf der Drake-Gleichung", schreiben die Studienautoren. „Die offensichtliche Schwierigkeit dieser Methode besteht darin, dass es unsicher und unvorhersehbar ist, die Wahrscheinlichkeit zu quantifizieren, dass Leben auf einem geeigneten Planeten entsteht und sich schließlich zu einer fortgeschrittenen kommunizierenden Zivilisation entwickelt. Das Thema der intelligenten und kommunikativen außerirdischen Zivilisationen wird bis zu einem positiven Nachweis völlig im Bereich der Hypothese bleiben", so die Forscher.

 

© Fernando Calvo* für Terra Mystica

Foto: Pixabay, CC0 Creative Commons


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