29.03.2022

Wissenschaftler planen, neue Botschaft an Außerirdische zu senden

Wissenschaftler des Jet Propulsion Laboratory (JPL) der NASA bereiten sich vor, eine neue Botschaft zu verfassen, die an intelligente Außerirdische gesendet werden soll.

 

Die Frage, ob wir allein im Universum sind, bleibt eines der größten philosophischen Rätsel unserer Zeit und die Suche nach Beweisen für intelligente außerirdische Zivilisationen ist vielleicht eines der wichtigsten Unterfangen, das die Menschheit je unternommen hat. Sie hat das Potenzial, nicht nur die uralte Frage zu beantworten, ob wir allein im Universum sind oder nicht, sondern auch unser Selbstverständnis grundlegend zu verändern und zu zeigen, was es bedeutet, Mitglied einer weitreichenden kosmischen Gemeinschaft zu sein. Unwiderlegbare Beweise für außerirdisches Leben zu finden, erweist sich jedoch als sehr schwierig - zumal man nicht weiß, ob diese uns überlegenen Zivilisationen überhaupt entdeckt werden möchten und nicht vielleicht technische Möglichkeiten nutzen, sich unseren Blicken zu entziehen.

Am 16. November 1974 wurde anlässlich einer offiziellen Feier zur Einweihung einer größeren Aufrüstung des Arecibo-Observatoriums in Puerto Rico mit seinem Radioteleskop eine einmalige Botschaft an potenzielle Außerirdische in Form eines Radiowellen-Signals in Richtung des 25.000 Lichtjahre entfernten Kugelsternhaufens M13 gesendet.

 

Diese sogenannte »Arecibo-Botschaft« war von einer Gruppe namhafter Wissenschaftlern ausgearbeitet und zusammengestellt worden, darunter Dr. Frank Drake und der Astronom Carl Sagan, und enthielt Informationen über die Erde, das Sonnensystem und über unsere menschliche Rasse. Aufgeteilt in sieben Abschnitte, enthielten die Daten unter anderem die Zahlen von eins bis zehn, die Ordnungszahlen mehrerer gängiger Elemente, die Anzahl der Nukleotide in der DNS, ein Diagramm des Sonnensystems und eine grafische Darstellung eines Menschen. Und obwohl die Botschaft bereits vor fast 50 Jahren gesendet wurde, hat sie angesichts der extremen Entfernungen und der Tatsache, dass das Signal durch die Lichtgeschwindigkeit begrenzt ist, erst 0,2 % des Weges zum Ziel zurückgelegt.


Nun hat ein Wissenschaftlerteam des Jet Propulsion Laboratory (JPL) der NASA in Los Angeles vor, eine neue, aktualisierte Version der Arecibo-Botschaft zu senden, die detailliertere Informationen über die Erde, unser Verständnis von Physik und Mathematik sowie die biochemische Zusammensetzung des Lebens - und sogar die Aufforderung einer Antwort - enthält. Wie sie in ihrer vorab auf dem Dokumentenserver arXiv.org veröffentlichten Studie schreiben, seien zwei Ziele für ihre Nachricht anvisiert: Ein potenziell bewohnter Sternhaufen in etwa 6.000 Lichtjahren Entfernung. Die ausgestrahlte, binär codierte Nachricht trägt den Titel »The Beacon in the Galaxy« und soll mittels dem chinesischen Five-hundred-meter Aperture Spherical radio Telescope (FAST) sowie den 42 Antennen des Allen Telescope Array (ATA) des SETI-Instituts in Hat Creek, Nordkalifornien, gesendet werden. FAST (auch »Tianyan« genannt) befindet sich im südwestchinesischen Guizhou und ist mit seinen 520 Meter Hauptspiegeldurchmesser das weltweit größte Radioteleskop. Er ist der Nachfolger des im November 2020 stillgelegten Arecibo-Radioteleskops in Puerto Rico und seine Gesamtleistung und Empfindlichkeit sind um ein Vielfaches höher. Da jedoch sowohl FAST als auch das ATA nur Radiosignale empfangen aber nicht aussenden können, müssen die JPL-Wissenschaftler dieses Problem noch durch Upgrades beheben.

 

Zwar sei das Signal ist zwar näher als das damals von M13, dennoch würde immer noch Tausende von Jahren dauern, bis es ankommt, gefolgt von der gleichen Zeitspanne, bis eine Antwort empfangen wird (falls überhaupt eine zurückgesendet wird).

 

Leider wird es erst unsere nachfolgenden Generationen in der fernen Zukunft nützen, vielleicht endlich eine Antwort auf die Frage zu bekommen, ob wir im riesigen Universum die einzige intelligente Spezies sind.

Wann sendeten wir die erste Botschaft an Außerirdische?

Wissenschaftler haben im Laufe der Jahrzehnte verschiedene Versuche unternommen, mit intelligenten außerirdischen Zivilisationen Kontakt aufzunehmen - doch wann genau fing es an?

Auf den ersten Blick scheint es ein buchstäblicher Schuss ins Blaue zu sein, wenn man einen Funkspruch in den Weltraum sendet und hofft, so mit einer fortgeschrittenen außerirdischen Zivilisation Kontakt aufnehmen zu können. Aber selbst wenn wir tatsächlich dieses Glück hätten, würde eine Nachricht, die zu einem fernen Sternensystem gesendet wird, in Anbetracht der riesigen Entfernungen Tausende von Jahren (oder mehr) benötigen, um dort anzukommen - und es gibt keine Garantie dafür, dass technisch fortschrittliche Außerirdische überhaupt herkömmliche Funksignale empfangen können, da diese (primitive) Verständigungsform offensichtlich viel zu langsam ist und sich nicht für die interstellaren Kommunikation eignet.

Deshalb argumentieren die meisten Experten, dass die räumlichen Entfernungen zwischen den Sonnensystemen im Universum zu groß sind oder dass es sehr unwahrscheinlich ist, dass eine in Reichweite befindliche außerirdische Zivilisation auf dem gleichen technologischen Niveau wie wir wäre, um überhaupt einen Kontakt herstellen zu können. Das hat die Menschheit aber nicht davon abgehalten, trotzdem zu versuchen, Kontakt aufzunehmen.

Deshalb argumentieren die meisten Experten, dass die räumlichen Entfernungen zwischen den Sonnensystemen im Universum zu groß sind oder dass es sehr unwahrscheinlich ist, dass eine in Reichweite befindliche außerirdische Zivilisation auf dem gleichen technologischen Niveau wie wir wäre, um überhaupt einen Kontakt herstellen zu können. Das hat die Menschheit aber nicht davon abgehalten, trotzdem zu versuchen, Kontakt aufzunehmen.

Dazu nutzten sie das Arecibo-Observatorium, das ehemals weltweit zweitgrößte Radioteleskop in der Nähe von Arecibo in Puerto Rico. Dieses als »Arecibo-Botschaft« in die Geschichte eingegangene Radiowellen-Signal war an mögliche Außerirdische gerichtet und wurde einmalig am 16. November 1974 in Richtung des 25.000 Lichtjahre entfernten Kugelsternhaufens M13 im Sternbild Herkules gesendet. Die Botschaft selbst enthielt binär codierte Informationen wie beispielsweise die menschliche Biologie, die DNA-Doppelhelix, das Modell eines Kohlenstoffatoms und die Darstellung eines Teleskops.

Doch die Chancen, dass jemand die Botschaft jemals empfängt, sind gelinde gesagt sehr gering - vor allem, wenn man bedenkt, dass es 25.000 Jahre dauern wird, bis sie ihr Ziel erreicht, und sich während dieses Zeitraums bereits einiges auf der Erde verändert haben dürfte.

© Fernando Calvo* für Terra Mystica

Foto: Pixabay, Bearb. F. Calvo


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