25.12.2020

China: Riesige Buddha-Statue in einer Felswand entdeckt

Viele Einwohner einer südwestchinesischen Stadt waren verblüfft zu erfahren, dass sie teils Jahrzehnte über bzw. unter und neben einer riesigen Buddha-Statue gelebt haben, ohne es zu bemerken.

 

Einem Bericht der South China Morning Post zufolge wurde die kopflose Buddha-Statue Anfang des Monats in der Stadt Chongqing entdeckt. Die in eine Felsenwand errichtete Skulptur ist zwar stattliche neun Meter hoch, doch da die Klippe jahrzehntelang von Bäumen, Blättern und Müll bedeckt war, wurde sie von der Bevölkerung nicht wahrgenommen. Selbst Einwohner, die bereits Jahrzehnte dort leben, hatten keine Ahnung von ihrer Existenz.

Wann der sitzenden Buddha mit seinen auf dem Schoß ruhenden Händen errichtet wurde, ist ein Rätsel. Die chinesischen Behörden sagen, dass die Statue einst Teil eines Tempels namens Leizu gewesen sei, der in der Zeit zwischen 1910 und 1940 Jahren dort errichtet wurde. 1987 wurde er abgerissen, um Platz für den Bau der beiden heute dort befindlichen Wohnkomplexe zu schaffen. Obwohl die Statue in den 1990er-Jahren als schützenswertes Kulturerbe eingestuft wurde, verschwand sie offenbar nach und nach unter einer Schicht aus Müll und Vegetation, so dass die Menschen, die heute in der Gegend leben, keine Ahnung mehr von ihrer Existenz hatten.

 

Obwohl einige spekulieren, dass die Statue tausende von Jahren alt sein könnte, ist es viel wahrscheinlicher, dass sie irgendwann in den letzten 100 Jahren als Teil des Tempelbaus errichtet wurde. Wo der Kopf des Buddhas abgeblieben ist, ist nicht bekannt aber eine Frau, die seit über siebzig Jahren in der Gemeinde lebt, schilderte den Medien, dass ihr in den 1950er-Jahren erzählt wurde, dass sich im Inneren des Tempels eine Buddha-Statue befinde, doch ihrer Erinnerung nach wäre der Kopf des Buddhas nie aus dem Felsen herausgearbeitet worden. „Der Bau [der Skulptur] wurde gestoppt, nachdem die Volksrepublik China 1949 gegründet wurde", sagte sie

Wie dem auch sei, die Behörden in China haben Kulturexperten geschickt, um es zu begutachten und das Alter zu bestimmen. Zudem sollen sie einen Plan entwerfen, wie das wiederentdeckte Kulturgut zukünftig besser geschützt werden kann. Dies wird sich allerdings als eine Herausforderung herausstellen, da sich die Statue an der Seite einer Klippe und inmitten von Wohnhäusern befindet.

 

© Fernando Calvo* für Terra Mystica

Foto: Pixabay, CC0 Creative Commons

 

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