25.12.2019

Exorzisten-Vereinigung warnt vor neuem Kinderbuch

Eine Gruppe von Exorzisten schlägt wegen eines neuen Kinderbuches Alarm, in dem Jugendliche angeleitet werden, Dämonen zu beschwören.

 

Das in der Kritik stehende Buch mit dem Titel A Children's Book of Demons (Deutsch: Ein Kinderbuch der Dämonen) wurde zwar bereits im Juli veröffentlicht, geriet aber erst vor einigen Wochen in den Fokus der Kritik, als es beim US-amerikanischen Einzelhandelskonzern Walmart zum Verkauf angeboten wurde. Anfänglich löste es nur online eine Welle der Empörung aus, weil viele Menschen besorgt darüber waren, dass Kinder sich tatsächlich den in dem Buch beschriebenen dunklen Mächten hingeben könnten - obwohl die darin enthaltenen »Zaubersprüche« fiktiv sind und sich lediglich um belanglose Dinge wie das Vermeiden von Hausarbeiten oder das Bezwingen von Mobbern dreht.


Der ganze Rummel um das Buch hat nun auch Rom erreicht und die Organisation »Internationale Vereinigung der Exorzisten« (A.I.E.) der römisch-katholischen Kirche dazu veranlasst, ebenfalls scharfe Kritik über das Buch zu äußern. Ihr Vorsitzender, Pater Francesco Bamonte, mahnt auf ihrer Website, dass „man sich nicht mit Dämonen beschäftigen sollte". Denn ein Kind aufzufordern, einen Dämon zu beschwören, sei, als würde man es eine Granate zum Spielen in die Hand geben. Früher oder später wird das Kind den Stift ziehen und die Bombe in seinen Händen explodieren.

 

Pater Bamonte nimmt auch direkten Bezug zu einigen in dem Buch präsentierten Symbolen, die Kinder sicher dazu verleiten werden, sie zu zeichnen, um dadurch verschiedene Dämonen heraufzubeschwören. Laut dem Exorzisten ähneln diese Zeichen auffallend denjenigen, die in echten alten Büchern mit magischem Wissen erwähnt werden, den sogenannten »Grimoires«. Entsprechend verurteilt Pater Bamonte den Autor des Buches, Aaron Leighton, dafür, „einen Grimoire so weit wie nur möglich zu verharmlosen" und „es in ein lustiges Spiel umzuwandeln, wobei die dämonischen Zeichen als 'Telefonnummer' fungieren, um mit den Geistern des Bösen in Kontakt zu treten".

 

Letztendlich beklagt der Exorzist, dass das Buch exakt die neueste Entwicklung offenbart, die er als ein stufenweises »Projekt« ansieht, das darauf abzielt, der Öffentlichkeit dämonische Wesen schmackhafter zu machen und es schließlich mit „dem eindeutigen Vorschlag, den Teufel anzubeten", zu krönen.

 

Pater Bamontes Kritik mag möglicherweise angebracht sein, dennoch dürfte sie den Buchautor mehr erfreut als verärgert haben, denn sie hat ihm eine kostenlose, weltweite Werbung beschert und sein Werk zu ein interessantes »dämonisches Handbuch« gemacht.

 

Die Internationale Vereinigung der Exorzisten (A.I.E.)

Zur Internationalen Vereinigung der Exorzisten (Associazione internazionale degli esorcisti, A.I.E.) gehören etwa 250 als Exorzisten tätige Priester, die in rund 30 Ländern aktiv sind.

 

In Großbritannien wird jeder Diözese ein Priester als Exorzist bereitgestellt, der in der Regel von seinem Bischof für dieses Amt beauftragt wird. Die Namen der Exorzisten werden normalerweise geheim gehalten und ebenso besteht eine strenge Schweigepflicht, sich öffentlich über das Ritual zu äußern. In Spanien und Österreich werden die Exorzisten als »Beauftragter im Befreiungsdienst« bezeichnet.

 

© Fernando Calvo*, Foto: Filmszene »Das Ritual«

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