26.11.2020

Professor ist sicher: Das ist das Elternhaus von Jesus

Ein britischer Universitätsprofessor für Archäologie und Geschichte glaubt, dass es sich bei den 1880 unter einem Kloster in Nazareth entdeckten Überresten eines Gebäudes um das Elternhaus von Jesus Christus handelt.

 

Der Mann hinter dieser kühnen Behauptung ist Professor Ken Dark von der Reading University in England, der in den letzten 14 Jahren die Überreste des Hauses untersucht hat, das sich unterhalb einer byzantinischen Kirche aus dem fünften bis siebten Jahrhundert befindet, das auf das erste Jahrhundert n. Chr. datiert wurde. Heute wird die ehemalige Kirche von dem Nonnenorden der Sisters of Nazareth als Kloster genutzt.

 

Die Schwestern von Nazareth nutzten diese Stelle für ihre Stätte im frühen ersten Jahrhundert nach Christus, möglicherweise aber auch schon im späten ersten Jahrhundert vor Christus. Nach dem Tod Jesu und der Ausbreitung des Christentums auf der Grundlage seiner Lehren wurde um das vierte Jahrhundert herum auf dem Hügel neben dem Haus aus dem ersten Jahrhundert dann eine Höhlenkirche errichtet. Diese Höhlenkirche war aufwendig mit Mosaiken verziert und verfügte über Ausstattungen, die für die öffentlichen Gottesdienste angepasst waren. Schließlich wurde dann - wahrscheinlich im fünften Jahrhundert n. Chr. - eine weitere, größere byzantinische Kirche sowohl über dem Haus aus dem ersten Jahrhundert als auch über der Höhlenkirche aus dem vierten Jahrhundert errichtet.

Dark argumentiert gegenüber der Daily Mail, dass die entdeckten Überreste des zweistöckigen Hauses mit der Steintreppe, den Lagerräumen, der Terrasse und einem Innenhof zwar wie ein ganz gewöhnliches Bauwerk aus der damaligen Epoche erscheinen, doch im Detail eine ganze Reihe von Eigenschaften aufweisen, die seiner Meinung nach dessen tiefere Bedeutung offenbaren.

 

Dark stellte insbesondere fest, dass Qualität der Hauskonstruktion einen fortgeschrittenen Kenntnisstand jenen Handwerkertyps erforderte, dem Josef bekanntlich zugehörte. Wer auch immer das Haus gebaut hat, müsse ein sehr gutes Verständnis für die Steinbearbeitung gehabt haben, das zeige die Felsenbearbeitung. „Die Treppe wurde unter geschickter Einbeziehung eines Teils von einer natürlichen Höhle konstruiert und ein anderer Teil der Höhle wurde als Stütze für die Decke des Raumes verwendet", erklärt Professor Dark. Das entspräche dem Wissen, das er von jemandem erwarten würde, den man damals als »Tekton« bezeichnete. Das altgriechische Wort Tekton bedeutet Bauhandwerker, Architekt oder Baumeister und zeichnete damals Männer aus, die in der Bearbeitung von Holz und Steinen ausgebildet worden waren - so wie Josef.

 

Ob Prof. Dark Recht hat und es sich tatsächlich um das Elternhaus Jesu handelt, ist fraglich und wird von den Experten genauso kontrovers diskutiert, wie der Fundort seiner Grabstätte.

 

© Fernando Calvo* für Terra Mystica

Foto: K.R. Dark

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