25.01.2022

Elon Musk plant offenbar, seine Gehirn-Chips am Menschen zu testen

Seit 2017 lässt uns der milliardenschwere Unternehmer Elon Musk regelmäßig einen kleinen Einblick in die Entwicklung seiner revolutionären neuen Art von Gehirn-Computer-Schnittstelle (Brain-Computer-Interface) nehmen, jetzt scheint er seine bisherigen Fortschritte auch am Menschen testen zu wollen.

 

Der Milliardär, Visionär und Gründer des Elektroautoherstellers »Tesla Motors« sowie des privaten Raumfahrtunternehmens »SpaceX«, Elon Musk, will nicht nur Menschen zum Mars befördern, um ihn zu kolonisieren, er gründete zudem im Sommer 2016 mit acht weiteren Partnern auch noch die Firma »Neuralink Corporation«, um sich der künstlichen Intelligenz (KI) zu widmen.

Die Firma »Neuralink Corporation« arbeitet daran, Technik zu entwickeln, mit der man Computer - und die damit verbundene Peripherie - nur mit der reinen Gedankenkraft steuern kann. Zwar wurde es mit dem primären Ziel gegründet, Menschen mit neurologischen Krankheiten zu helfen, doch da Musk schon lange vor den Gefahren der künstlichen Intelligenzen warnt, nutzt er diese Einrichtung auch für seinen Kampf gegen sie. Dort will er revolutionäre Technologien entwickeln, um eine Herrschaft der künstlichen Intelligenz über die Menschheit zu verhindern. Eines der wichtigsten Ziele ist, mittels künstlichen Nervengewebes das menschliche Gehirn direkt mit Computern zu verbinden (auch Gehirn-Computer-Schnittstelle oder Brain-Computer-Interface genannt), um auf diese Weise das Niveau von künftigen künstlichen Intelligenzen zu erreichen, damit sie uns nicht überlegen werden.

 

Dazu hatte Neuralink sehr dünne Fäden (sogenannte »Threads«) entwickelt, die nur so dick sind wie eine Nervenzelle sind und in das Gehirn injiziert werden können, um die neurale Aktivität zu erkennen. Mit diesem System sollen bis zu 1.000 Mal mehr Elektroden eingesetzt werden können, als mit den derzeit von den US-Behörde für Lebens- und Arzneimittel (FDA) zugelassenen Schnittstellen, die in der medizinischen Forschung verwendet werden. Damit sollen Menschen in die Lage versetzen werden, Computer nur mittels der Kraft ihrer eigenen Gedanken zu steuern.

Auch zur Implantierung des Chips hatte sich Neuralink offenbar Gedanken gemacht, denn dazu wurde auch ein eigener Operations-Roboter entwickelt, der den Eingriff völlig risikolos ambulant in rund 15 Minuten erledigt. Er wird direkt im Schädel positioniert und hinterlässt lediglich eine kleine Narbe, die jedoch unter den Haaren nicht sichtbar sein wird. Während seiner Demonstration stellte Musk drei Schweine vor, von denen eines mit dem Neuralink-Implantat, eines ohne Implantat und ein weiteres mit einem inzwischen wieder entfernten Implantat ausgestattet war, um zu zeigen, dass das Gerät auch jederzeit wieder sicher entnommen werden kann.

 

Im August 2020 präsentierte Musk im Neuralink-Firmenhauptquartier in Fremont, Kalifornien, ein Prototyp seines implantierbaren Chips, der nur 23 Millimetern im Durchmesser aufweist, 8 Millimeter dick Millimeter ist und an dem sich Threads befinden, mit denen Signale empfangen oder die Nervenzellen stimuliert werden können. Die Informationen werden per Bluetooth-Funk zwischen Neuronen und einem Smartphone übermitteln und ist unter anderem mit Temperatur-, Druck- und Bewegungssensoren ausgestattet. Laut eigenen Angaben seien damit Datenströme mit voller Bandbreite möglich.

 

Im April 2021 stellte Neuralink eine weitere Errungenschaft in Richtung dieses Brain-Computer-Interfaces auf YouTube vor: Ein Affe, der nur mit der Kraft seiner Gedanken »Pong!« spielt - das weltweit erste Computer-Videospiel (wir berichteten hier). Dies wurde durch die Implantation seines speziellen Chips in das Gehirn des Affen ermöglicht, der Informationen darüber aufzeichnete, wie seine Neuronen feuerten - so konnte der Computer lernen, seine Handbewegungen vorherzusagen. Auch dieser Test verlief erfolgreich und der Chip ließ sich problemlos wieder entfernen.

Nachdem die Experimente bei Schweinen und Affen ohne Zwischenfälle und mit positiven Ergebnissen absolviert wurden, scheint Musk nun in die klinische Phase übergehen zu wollen, in der es auch bei Menschen getestet werden soll. Dies zumindest geht aus der Stellenausschreibung hervor, die Neuralink aktuell veröffentlicht hat, in der nach einem Leiter für ihre klinischen Studien gesucht wird. Der erste Schritt zur Erprobung am Menschen erfordert zwar die Genehmigung der FDA, doch auch hier zeigte sich Musk schon in der Vergangenheit sehr zuversichtlich, denn er machte stets darauf aufmerksam, dass die Standards von Neuralink für die Implantation des Geräts höher sind als die Anforderungen der FDA.

 

Doch welche nennenswerte Vorteile bringt dies in der medizinischen Anwendung? Nun, das Konzept richtet sich zunächst ausschließlich an Menschen mit Bewegungseinschränkungen wie etwa einer Querschnittslähmung, bei Gehörlosigkeit oder Parkinson-Patienten. Es könne aber theoretisch auch dazu eingesetzt werden, um den Hormonspiegel zu regeln und dadurch unser psychisches Wohlbefinden zu verbessern. oder lästige Kopfhörer überflüssig zu machen und Musik direkt ins Gehirn zu streamen.

 

© Fernando Calvo* für Terra Mystica

Foto: Glogger, Wikimedia


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