07.08.2022

Studie legt nahe, dass das Bewusstsein auch nach dem Tod fortbesteht

Neurowissenschaftler glauben, dass das Bewusstsein auch nach dem klinischen Tod eines Menschen fortbestehen kann.

 

Sterben ist ein Prozess, der sich über einen längeren Zeitraum erstrecken kann, sodass die Grenze zwischen Leben und Tod und somit die Frage nach dem Todeszeitpunkt oft schwer zu beantworten ist. Und galt bis etwa Mitte des 20. Jahrhunderts der Atem- und Herzstillstand als untrügliches Zeichen für den eingetreten Tod, so ist nach heutigem medizinischem Wissensstand nur der Hirntod ein sicherer Todesindikator beim Menschen.

Auch Forschungen über Nahtoderfahrungen (NTEs) haben ergeben, dass der Atem- und Herzstillstand für viele Menschen nicht zwingend das Ende ihres Lebens bedeutet. Frühere Studien zeigten, dass sich die Hirnströme kurz vor dem Tod deutlich erhöhen, was so gedeutet wurde, dass unser Gehirn im Augenblick des Todes noch einmal unsere Erinnerungen im Schnelldurchlauf durchleben lässt.

 

Während dieser Zeit wollen Betroffene von Nahtoderfahrungen Szenen aus dem eigenen Leben, die wie in einem Film vorbeirauschen, gesehen haben, oder haben erlebt, wie ihr eigener Körper leicht und schmerzfrei zu schweben begann und sie gleichzeitig alles visuell und auditiv wahrnehmen konnten, was um ihren klinisch leblosen Körper herum geschah. Sie konnten nach ihrer Wiederbelebung auch alles genau beschreiben, was geschehen war, obwohl ihre Augen fest verschlossen waren.


„Diejenigen, die solche Erfahrungen gemacht haben, berichten oft davon, dass sie im Raum umherschwebten und das Ärzteteam, das an ihrem Körper arbeitete, wahrnahmen", sagte er damals gegenüber Live Science. „Sie beschreiben, dass sie die Ärzte und Krankenschwestern bei der Arbeit beobachten konnten und dass sie Gespräche und visuelle Dinge wahrgenommen haben, von denen sie sonst nichts wüssten."

 

In einer unter seiner Beteiligung im Fachjournal Annals of The New York Academy of Sciences neueren Studie wurden Nahtoderfahrungen genauer untersucht und gemeinsam mit seinen Kollegen fand Dr. Parnia heraus, dass einige Betroffene trotz der äußerlichen Merkmale einer Bewusstlosigkeit deutliche Anzeichen von Klarheit zu zeigen schienen. Denn Untersuchungen ihres Gehirns auf anomale Aktivitäten und Spitzen in den elektrischen Impulsen ließen darauf schließen, dass sie sich in einem erhöhten Bewusstseinszustand befanden. Gamma-Aktivitäten und elektrische Impulse sind normalerweise Anzeichen für erhöhte Bewusstseinszustände im Zusammenhang mit dem Tod und können mit Hilfe der Elektroenzephalographie (EEG) festgestellt werden. Und sie unterstützen die Behauptungen von Millionen von Menschen, die von Nahtoderfahrungen berichtet haben.

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Andere machten zwar keine Erfahrungen mit diesen »Rückblenden« oder außerkörperlichen Erfahrungen, erlebten aber etwas zweifellos ebenfalls Außergewöhnliches. Sie schilderten, wie sie eine Reise durch einen dunklen Tunnel unternommen haben, an dessen Ende ein helles Licht aufleuchtete. Dort hätten wären sie an einem Ort gewesen, von dem viele glauben, dass es der Himmel selbst gewesen sei. Dieses Erlebnis wurde für sie zu einem lebensverändernden Ereignis, das sie nachdem sie sich erholt haben, den Rest ihres Lebens begleitet.

 

Es hat also den Anschein, als ob das Bewusstsein auch dann noch aktiv ist, wenn das Herz aufgehört hat zu schlagen. Dr. Sam Parnia von der NYU Langone School of Medicine in New York City und seine Kollegen hatten 2017 genau untersucht, wie das Gehirn stirbt, und dabei die Berichte über Nahtoderfahrungen berücksichtigt. Seiner Meinung nach kann das Bewusstsein noch bis zu 20 Sekunden nach dem Herzstillstand fortbestehen. Aber auch danach kann es noch Stunden dauern, bis das Gehirn vollständig abgeschaltet ist.

Interessanterweise wurde in der Studie auch aufgezeigt, dass die Möglichkeit besteht, dass eine verstorbene Person Stunden oder sogar Tage später wiederbelebt werden könnte, sofern ihre Zellen noch nicht zu stark geschädigt sind. „Aus wissenschaftlicher Sicht bleibt der Tod potenziell umkehrbar, solange die zugrunde liegenden zellulären Prozesse nicht die biologische Unumkehrbarkeit erreicht haben, möglicherweise Stunden bis Tage nach dem Tod", schrieben die Forscher.

 

© Fernando Calvo* für Terra Mystica

Foto: Pixabay


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