14.01.2020

Atacama-Wüste: Leben im Inneren von Kies entdeckt

Wissenschaftler haben in der chilenischen Atacama-Wüste eine weltweit einzigartige Entdeckung gemacht: Innerhalb der Steinchen des Wüstenkieses fanden sie winzige Flechten, Algen und Pilze, die darin eine Lebensgemeinschaft bilden.

 

Die Atacama-Wüste ist der trockenste Ort der Welt und erstreckt sich über eine Fläche von mehr als 120.000 km². Hier werden die Entstehung und Erhaltung von Leben durch die hohe Sonneneinstrahlung, starke Winderosion und den vorherrschenden Wassermangel zu einer großen Herausforderung, die zwar gemeistert werden kann aber man bisher nur unter anderem in Form von Biokrusten kannte. Dabei handelt es sich um millimeterdünne Schichten, die aus Flechten, Cyanobakterien und Algen bestehen. Doch wie das Wissenschaftlerteam um Patrick Jung von der Technischen Universität Kaiserslautern im Fachmagazin Geobiology berichtet, konnten sie nachweisen, dass es auch noch eine weitere Strategie gibt, diese extremen klimatischen Bedingungen zu überstehen: Im Inneren von Wüstenkies.

Die Forscher wurden darauf aufmerksam, als sie sie an dunklen Stellen, die man bisher für Wüstenlack (unbelebte, mineralische Krusten) hielt, bemerkten, dass deren Farbe auffällig intensiver wurde, sobald sie mit feuchtem Nebel in Berührung kamen. Daraufhin untersuchten sie die Zusammensetzung der nur sechs Millimeter kleinen, dunklen Wüstenkies-Steinchen aus Quarz und Granit und achteten dabei auf mögliche Spuren von Leben oder Stoffwechselaktivität. Und tatsächlich fanden sie in den vermeintlich rein mineralischen Krusten Mikroorganismen, die aus miteinander verwobenen Flechten, Pilzen, Cyanobakterien und Algen eine Gemeinschaft bilden. Die Analyse ergab, dass bis zu 90 Prozent des dunklen Überzugs auf dem Wüstenkies aus diesen winzigen Lebewesen bestand und man es mit einer völlig neuen Art biologischer Kruste zu tun hatte. Zudem zeigten Dünnschnitte (Mikrotome) der Flechten, dass sie nicht nur in die Steinchen eindringen, sondern auch Mineralfragmente in ihr Gewebe einlagern.

 

In Verbindung mit Wasser und Licht werden diese winzigen Organismen aktiv und ernähren sich durch Photosynthese und indem sie dem Nebel das Wasser entziehen. Dabei kommen sie mit weniger Wasser aus als jede andere Lebensgemeinschaft, die man bisher aus Biokrusten kannte. Schon 0,25 Millimetern Wassergehalt reichen den Flechten und Algen, um aktiv zu werden.

 

Die Wissenschaftler sehen in diesen neu entdeckten Biokrusten eine Übergangsform zwischen einer Bodenkruste und einer Gesteinsschicht und tauften sie entsprechend auf den Namen »Grit Crust« (deutsch: Grus- oder Kies-Kruste).

 

© Fernando Calvo*, Foto: Patrick Jung 

Vergrößerung eines dieser Steinchen mit den winzigen Flechten und Algen
Vergrößerung eines dieser Steinchen mit den winzigen Flechten und Algen

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