11.01.2020

Fukushima: Wildtiere lieben das verstrahlte Sperrgebiet

Wie die Auswertung der Aufnahmen von Kamerafallen offenbaren, scheinen sich rund zehn Jahre nach der Atomkatastrophe von Fukushima zahlreiche Wildtiere vorzugsweise im verstrahlten Sperrgebiet angesiedelt zu haben.

 

Wie die Wissenschaftler um Phillip Lyons von der University of Georgia in Aiken im Fachblatt Frontiers in Ecology and the Environment schreiben, konnten sie anhand ihrer gesammelten Daten von insgesamt 106 Kamerafallen feststellen, dass in dem Sperrbezirk von Fukushima die unterschiedlichsten Tierarten wie Hasen, Hirsche und sogar Bären leben. Um eine objektive Beurteilung der Besiedlung zu erhalten, hatten die Forscher ihre Kameras in drei unterschiedlichen Bereichen aufgestellt: in dem besonders verstrahlten Sperrgebiet, das für Menschen nicht offen zugänglich ist, in Bereichen mit eingeschränktem öffentlichen Zugang sowie Zonen, in denen trotz leicht erhöhter radioaktiver Belastung Menschen leben dürfen.

In einem Zeitraum von 120 Tagen tappten über 20 verschiedene Tierarten in ihre Kamerafallen und am Ende waren es mehr als 267.000 Aufnahmen - davon allein 46.000 von Wildschweinen. Aber auch die Anwesenheit von Schwarzbären, Makaken, Sikahirschen, Fasane, Japanische Hasen, Marderhunden, Larvenroller, Wiesel und Füchse konnten die Wissenschaftler mit ihren Fotos belegen.

 

Entsprechend sehen sie ihre Ergebnisse als den ersten Beleg dafür, dass im Fukushima-Sperrbezirk trotz der radioaktiven Kontamination auch heute viele Wildtier-Spezies in großen Populationen leben. Die Auswertung ihrer Daten liefert darüber hinaus die Erkenntnis, dass besonders in den verstrahlten und von Menschen unbewohnten Bereichen mehr Tierarten und sogar zahlreicher vorzufinden sind, als in den zwar geringer belasteten aber dafür von Menschen besiedelten Gebieten.

 

Die Wissenschaftler konnten zwar keine krankhaften Anzeichen oder Verhaltensweisen bei den Tieren erkennen, weisen aber darauf hin, dass dies auch nicht im Fokus ihrer Untersuchungen stand und somit keinerlei Aussagen über den Gesundheitszustand der beobachteten Tiere machen können.

 

Die Nuklearkatastrophe von Fukushima

Mit der Nuklearkatastrophe von Fukushima werden jene katastrophalen Unfälle und Störfälle im japanischen Kernkraftwerk Fukushima Daiichi (Fukushima I) und deren Auswirkungen bezeichnet, die am 11. März 2011 um 14:47 Uhr (Ortszeit) mit dem Tōhoku-Erdbeben begannen und sich in vier von sechs Reaktorblöcken gleichzeitig ereigneten.

 

Dabei kam es in Block 1 bis 3 zu Kernschmelzen, bei denen große Mengen an radioaktivem Material – rund 10 bis 20 Prozent der radioaktiven Emissionen von Tschernobyl –freigesetzt wurden und Luft, Böden, Wasser und Nahrungsmittel in der land- und meerseitigen Umgebung kontaminierten. Ungefähr 100.000 bis 150.000 Einwohner mussten das Gebiet vorübergehend oder dauerhaft verlassen. Hunderttausende in landwirtschaftlichen Betrieben zurückgelassene Tiere verhungerten.

 

Aufgrund einer Abschätzung der Gesamtradioaktivität der freigesetzten Stoffe ordnete die japanische Atomaufsichtsbehörde die Ereignisse auf der Internationalen Bewertungsskala für nukleare Ereignisse mit der Höchststufe 7 (»katastrophaler Unfall«) ein. Vier von den sechs Reaktorblöcken des Kraftwerks wurden durch die Unfälle zerstört

 

© Fernando Calvo*, Foto: Yuri_B/Pixabay

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