08.02.2022

Studie aus 1972 sagt Zivilisations-Kollaps bis 2040 voraus

Eine Studie von US-Forschern aus dem Jahr 1972 sagte den Zusammenbruch der modernen Zivilisation bis spätestens zur Mitte des 21. Jahrhunderts voraus.

 

Vor knapp 50 Jahren tat sich ein Team von Wissenschaftlern am Massachusetts Institute of Technology (MIT) zusammen, um die Risiken eines gesellschaftlichen Zusammenbruchs zu untersuchen. Das von ihnen entwickelte Systemdynamikmodell sagte voraus, dass die moderne Industriezivilisation um die Mitte des 21. Jahrhunderts aufgrund des Raubbaus an den natürlichen Ressourcen des Planeten kollabieren würde und als drohende »Grenzen des Wachstums« (Limits to Growth, LtG) bezeichneten, - etwas, das der aktuellen Situation gefährlich nahe zu kommen scheint.

Ihre Studie reichten sie den Club of Rome ein, die es anschließend publizierte. Der Club of Rome wurde 1968 gegründet und ist ein Zusammenschluss von Experten verschiedener Disziplinen aus über 30 Ländern. Die gemeinnützige Organisation setzt sich für eine nachhaltige Zukunft der Menschheit ein. Die Ergebnisse des MIT-Teams wurden damals überwiegend kritisiert und falsch dargestellt, werden jedoch durch eine aktuelle Analyse von Gaya Herrington, Senior-Direktorin der großen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG, nun bestätigt.

 

In in ihrer im Yale Journal of Industrial Ecology veröffentlichten Studie kommt sie zu dem Schluss, dass die Vorhersagen der MIT-Forscher über den gesellschaftlichen Zusammenbruch viel ernster genommen werden sollten. „Angesichts der unschönen Aussicht auf einen Kollaps war ich neugierig zu sehen, welche Szenarien heute am ehesten mit empirischen Daten übereinstimmen", erklärte Herrington. „Schließlich war das Buch, in dem dieses Weltmodell vorgestellt wurde, in den 70er-Jahren ein Bestseller, und mittlerweile haben wir mehrere Jahrzehnte an empirischen Daten zur Verfügung, die einen Vergleich sinnvoll machen würden. Aber zu meiner Überraschung konnte ich keine aktuellen Bemühungen dazu finden. Also beschloss ich, es selbst zu tun."

Laut Herrington bedeutet der Kollaps jedoch nicht, dass die Menschheit aufhören wird, zu existieren, sondern vielmehr dass wirtschaftliches und industrielles Wachstum aufhören und dann zurückgehen wird, was die Nahrungsmittelproduktion und den Lebensstandard enorm beeinträchtigen wird. „Und selbst wenn man eine beispiellose technologischen Entwicklung und Anpassung einleiten würde, würde das vom MIT modellierte LtG unweigerlich zu einem Rückgang des industriellen Kapitals, der landwirtschaftlichen Produktion und des Wohlstandsniveaus innerhalb dieses Jahrhunderts führen“, heißt es in Herringtons Studie.

 

© Fernando Calvo* für Terra Mystica

Foto: F. Calvo


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