04.08.2022

UN-Chef warnt: Menschheit steht kurz vor einer nuklearen Vernichtung

Die Menschheit befinde sich nur einen Fehltritt von der nuklearen Apokalypse entfernt, so die erneute Warnung des Generalsekretärs der Vereinten Nationen (UN), António Guterres, der ermahnte, dass die Welt es noch nie dringender hatte, endlich mit der Abrüstung von Atomwaffen zu beginnen.

 

„Wir haben bisher außerordentliches Glück gehabt. Aber Glück ist keine Strategie. Es schützt auch nicht davor, dass geopolitische Spannungen in einen Atomkonflikt münden. Heute ist die Menschheit nur ein Missverständnis, eine Fehlkalkulation von der nuklearen Vernichtung entfernt", so Antonio Guterres in seiner Rede zum Auftakt der 10. Überprüfungskonferenz zum Atomwaffensperrvertrag, die am 1. August in New York stattfand.


Der Vertrag zielt darauf ab, die Verbreitung von Atomwaffen und Waffentechnologie zu verhindern, mit dem letztendlichen Ziel, eine vollständige nukleare Abrüstung zu erreichen. Der 1970 in Kraft getretene Vertrag wurde von der überwältigenden Mehrheit der Weltmächte unterzeichnet, mit den bemerkenswerten Ausnahmen von Israel, Nordkorea, Indien und Pakistan, die alle heute über Atomsprengköpfe verfügen.

 

Er warnte die Weltgemeinschaft vor der prekären Situation, in der wir uns aktuell befinden, denn wir stünden einer großen nuklearen Gefahr gegenüber. Die Menschheit laufe Gefahr, zu vergessen, was die fürchterlichen Atombomben in Hiroshima und Nagasaki angerichtet haben und er betonte, dass künftige Generationen auf unser Engagement zählen, dass derartige Szenarien nie wieder stattfinden, indem wir die Bedingungen schaffen, sie endlich zu verhindern.

Zwar wurden seit dem US-Atombombenangriff auf Japan im Jahr 1945 keine Atomwaffen mehr gegen Menschen eingesetzt, doch ist dies nach Aussage des UN-Generalsekretärs im Wesentlichen auf „Glück" zurückzuführen und nicht auf aktive Maßnahmen zur Konfliktvermeidung. Da die Welt vor gewaltigen neuen Herausforderungen steht und die geopolitischen Spannungen wieder einmal den Siedepunkt erreichen, ist Guterres der Ansicht, dass das Risiko der nuklearen Selbstvernichtung so hoch ist wie seit dem Höhepunkt des Kalten Krieges nicht mehr.

 

„Die Klimakrise, die krassen Ungleichheiten, Konflikte und Menschenrechtsverletzungen sowie die durch die COVID-19-Pandemie verursachten persönlichen und wirtschaftlichen Schäden haben unsere Welt unter einen größeren Druck gesetzt, als sie es zu unseren Lebzeiten je war. Und das in einer Zeit der nuklearen Bedrohung, wie wir sie seit dem Höhepunkt des Kalten Krieges nicht mehr erlebt haben. Die geopolitischen Spannungen erreichen einen neuen Höchststand. Wettbewerb übertrumpft Kooperation und Zusammenarbeit. Misstrauen ist an die Stelle des Dialogs getreten und Uneinigkeit hat die Abrüstung ersetzt. Die Staaten suchen falsche Sicherheit, indem sie Hunderte von Milliarden Dollar für Weltuntergangswaffen ausgeben, die auf unserem Planeten nichts zu suchen haben", so Guterres.

Erschreckend ist, dass zeitgleich auch eine diese Woche im Fachjournal Proceedings of the National Academy of Sciences veröffentlichte Studie warnt, dass die Menschheit einer Apokalypse zusteuert. Die Studienautoren kamen zu dem Schluss, dass es genügend Fakten gäbe, die die Annahme stützen, dass der nicht mehr leugbare Klimawandel zu einer Katastrophe für unsere Zivilisation führen wird. Dabei verweisen sie auf historische Massensterbe-Ereignisse oder Untergänge von Weltreichen, die von Klimaveränderungen beeinflusst worden waren.

 

Ihre Berechnungen ergaben verschiedene Modelle, wie sich der Klimawandel auf unsere Zivilisation auswirken könnte. Eines sagte den Verlust von etwa 10 Prozent der Weltbevölkerung voraus, ein anderes sogar das totale Aussterben unserer Spezies.

 

© Fernando Calvo* für Terra Mystica

Foto: Pixabay


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