08.11.2020

Der lange Krieg zwischen Homo sapiens und Neandertaler

Vor rund 600.000 Jahren spaltete sich die Gattung Mensch in zwei Hälften: Eine Gruppe blieb in Afrika und entwickelte sich vor etwa 300.000 Jahren zum Homo sapiens - dem heutigen modernen Menschen. Die andere Gruppe wanderte auf dem Landweg erst nach Asien, dann nach Europa aus und wurde zum Homo neanderthalensis - dem vor 40.000 Jahren ausgestorbenen Neandertaler. Neandertaler stellen somit keine Vorfahren von uns dar, sondern einen Verwandten, der sich parallel zu uns entwickelte.

 

Die Neandertaler faszinieren uns aufgrund dessen, was unsere Wissenschaftler in den letzten Jahren über sie herausfinden konnten. So weiß man heute, dass sie äußerst intelligent, geschickt und sogar einen sehr sozialen Umgang untereinander zu pflegen schienen und kranke oder verletzte Gruppenmitglieder von der Sippe gepflegt wurden. Demzufolge unterschied sich der Neandertaler eigentlich nur in seinem Körperbau von uns modernen Menschen. Heißt das aber auch, dass er ebenfalls unsere negativen Verhaltenseigenschaften - insbesondere zur Territorialität, Gewalt, Kriege - aufwies?

So schreibt Nicholas R. Longrich von der englischen University of Bath im The Conversation, dass es äußerst unwahrscheinlich sei, dass moderner Mensch und Neandertaler aufeinandertrafen und gemeinsam beschlossen, friedlich zu leben und leben zu lassen. Nicht zuletzt habe das Bevölkerungswachstum die Menschen unweigerlich dazu gezwungen, mehr Land für sich in Anspruch zu nehmen, um genügend Territorium für die Jagd und Nahrungssuche für ihre Familien zu sichern. Zudem wäre eine aggressive Kriegsstrategie auch eine gute Evolutionsstrategie.

 

Der Homo sapiens wird den Neandertaler sicher über Tausende von Jahren bekämpft und immer wieder verloren haben, da beide Arten in Bezug auf Waffen, Taktik und Strategie ziemlich gleichwertig waren. Die Neandertaler hatten vermutlich sogar taktische und strategische Vorteile, denn sie hatten den Nahen Osten schon Jahrtausende früher besiedelt und sich zweifellos wertvolle Kenntnisse über das Gebiet, die Jahreszeiten und die Art und Weise angeeignet, wie man sich von den einheimischen Pflanzen und Tieren ernähren konnte. Auch im Kampf müssen sie aufgrund ihres massiven, muskulösen Körperbaus uns überlegene Krieger gewesen sein und ihre größeren Augen verhalfen ihnen vermutlich zu einem besseren Sehvermögen bei schwachem Licht, so dass sie auch bei Dunkelheit empfindliche Hinterhalte und Überfälle gegen uns durchführen konnten.

 

Doch da der Neandertaler ausstarb und wir immer noch da sind, muss sich die über so viele Jahrtausende anhaltende Pattsituation irgendwann verändert und das Blatt gewendet haben. Wir wissen nicht aber nicht warum. eine Möglichkeit wäre, dass die Erfindung überlegener Fernkampfwaffen wie Bogen, Speerschleuder, Wurfkeulen den »zierlichen« Homo sapiens den Sieg über die stämmigen Neandertaler brachte. Oder vielleicht ließen den Sapiens verbesserte Jagd- und Sammeltechniken größere Stämme ernähren und so eine zahlenmäßige Überlegenheit im Kampf schaffen.

 

Fest steht, selbst nachdem der primitive Homo sapiens vor 200.000 Jahren aus Afrika auswanderte, dauerte es über 150.000 Jahre, bis er erstmals zuerst im heutigen Israel und Griechenland erfolgreich vom Neandertaler Land erobern konnte. Das der Homo sapiens letzten Endes diesen jahrtausendelang währenden, zermürbenden Krieg gewonnen hat, lag also vermutlich nicht daran, dass die Neandertaler weniger kampfeslustig gewesen wären, sondern weil wir wahrscheinlich in der Kriegsführung einfach besser wurden als sie. Doch Homo sapiens und Neandertaler haben sich nicht immer nur mit der Waffe in der Hand getroffen und müssen sich zumindest hin und wieder auch körperlich nähergekommen sein, denn zwar sind sie ausgestorben, doch tragen alle heutigen Menschen noch bis zu zwei Prozent ihres Erbgutes in sich.

 

© Fernando Calvo* für Terra Mystica

Foto: Pixabay, CC0 Creative Commons

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