05.10.2020

Auch Krähen verfügen offenbar über ein Bewusstsein

Wissenschaftler sind nach Auswertung ihrer Forschungsergebnisse der Ansicht, dass Krähen eine der wenigen nicht-menschlichen Spezies sein könnten, die ebenfalls eine Eigenwahrnehmung besitzen.

 

Wir Menschen sind uns unserer selbst bewusst, das heißt, wir nehmen tagtäglich viel von der Welt um uns herum wahr. Wir fühlen - sowohl physisch als auch emotional - und können nicht nur große Fragen über unsere eigene Existenz stellen, sondern auch über die Natur der Existenz selbst. Sobald es aber um die Debatte über das Bewusstsein von Tieren geht, spalten sich die Naturwissenschaftler in zwei Lager: In diejenigen, die überzeugt sind, dass Tiere eine primitive Form von Bewusstsein besitzen und denen, die an der traditionellere Denkweise festhalten und behaupten, dass sie einfach nicht in der Lage wären, derartige komplexe Denkprozesse auszuführen.

Einer im Fachjournal Science veröffentlichten Studie zufolge, könnten aber möglicherweise auch Krähen eine Form von Bewusstsein besitzen, wie man es sonst nur bei Menschen und einigen wenigen ausgewählten Primaten vorfindet und sind sich ihrer eigenen Sinneswahrnehmungen bewusst. Wie die Wissenschaftler um den Tierpsychologen Professor Andreas Nieder von der Universität Tübingen schreiben, haben sie Experimente mit Krähen durchgeführt, bei denen ihre Hirnaktivität überwacht wurde, während sie verschiedenen visuellen Reizen ausgesetzt waren.

 

So wurde beispielsweise die Hirnaktivität zweier Krähen überwacht, die darauf trainiert waren, mittels des Signals eines rotes bzw. blaues Lichts auf den Bildschirm zu picken, wenn sie darin eine bestimmte Figur sehen. In einigen Versuchen bedeutete das rote Licht, dass die Krähen auf dem Bildschirm picken sollten, wenn sie etwas gesehen hatten, und ein blaues Licht signalisierte, dass keine Reaktion erforderlich war. In anderen Versuchen war es genau andersherum und sie mussten auf dem Bildschirm picken, wenn sie nichts gesehen hatten und bei rotem Licht einfach nur dasitzen. Dabei waren die meisten dieser visuellen Reize hell und klar, doch einige waren so schwach, dass die Krähen sie nicht immer leicht erkennen konnten.

 

Die Elektroden, die an die Gehirne der Krähen angeschlossen waren, zeigten, dass, wenn die Antwort der Krähe »ja« war, während der Zeit zwischen dem Erscheinen des Reizes und dem Picken der Krähe auf dem Bildschirm eine erhöhte Hirnaktivität auftrat. War die Antwort jedoch »nein«, war die Nervenzellenaktivität ruhig. Die Korrelation zwischen der erhöhten Hirnaktivität in diesem Zeitintervall zwischen dem Stimulus und der Antwort des Vogels war so zuverlässig, dass die Forscher die Hirnaktivität der Krähen sogar zur Vorhersage ihrer Antworten verwenden konnten.

 

Darüber hinaus entsprachen die Antworten der Krähen nicht einfach der Helligkeit und Klarheit der Abbildung auf dem Bildschirm. Schwache Figuren von gleicher Intensität konnten dem Krähenpaar immer noch unterschiedliche Reaktionen entlocken. Diese Beobachtung deutet auf einen sekundären mentalen Prozess hin, der auftrat, als die Krähen die Figuren bemerkten. Die Antworten der Vögel deuteten auf das Vorhandensein einer Form von sekundärem mentalen Prozess hin, der auf einen höheren Grad von Bewusstsein hindeutete.

 

„Von Nervenzellen, die einen visuellen Input ohne subjektive Komponenten repräsentieren, wird erwartet, dass sie auf einen visuellen Stimulus konstanter Intensität immer auf gleiche Weise reagieren", sagte Prof. Nieder im Gespräch mit Phys.org. „Unsere Ergebnisse zeigen jedoch schlüssig, dass Nervenzellen auf höheren Verarbeitungsebenen des Krähenhirns von subjektiven Erfahrungen beeinflusst werden, oder genauer gesagt, subjektive Erfahrungen erzeugen.“

 

Es zeigt sich, dass offenbar viel mehr Wesen über ein Bewusstsein verfügen, als wir bislang angenommen haben. Auch bei den Pflanzen bestätigen Studien immer wieder unabhängig voneinander, dass auch sie eine gewisse Form von bewusster Selbstwahrnehmung zu besitzen scheinen (wir berichteten hier).

 

© Fernando Calvo* für Terra Mystica

Foto: Alexas_Fotos, Pixabay

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