12.06.2020

Erstmals Riesentintenfisch-Narben an einem Hai entdeckt

Deutliche Muster ringförmiger Narben auf dem Rücken eines Hais deuten darauf hin, dass der Raubfisch gegen einen Riesentintenfisch gekämpft hat.

 

Wie auf National Graphic berichtet wird, fiel dem Tiefseefotografen Deron Verbeck im vergangenen Sommer ein über zwei Meter großer Hai auf, als er vor der Küste von Kona auf Hawaii tauchte. Er hatte nämlich bemerkt, dass das Tier Hai seltsame Narben an seinem Körper aufwies, wie er sie noch nie zuvor an so einem großen Raubfisch gesehen hatte.

Als er das Foto anschließend online stellte, erregte es die Aufmerksamkeit von Haiexperten, die von dem, was sie sahen, verblüfft waren. So auch der Haiökologe Yannis Papastamatiou von der Florida International University in Miami, der sofort Kontakt mit Verbeck aufnahm, als er das Foto entdeckte. Nach der Untersuchung des Falles und Analyse der Aufnahme erstellte er eine Studie, die er jetzt aktuell im Fachjournal Fish Biology veröffentlicht hat.

 

Papastamatiou konnte das Tier eindeutig als einen Weißspitzen-Hochseehai (Carcharhinus longimanus) identifizieren, der zur Familie der Menschenhaie gehört. Mit einer Körperlänge von bis zu vier Metern zählt er zu den größten Haien der Welt und wird als für den Menschen gefährlich eingestuft. Diese golfballgroßen Punkte und kreisförmige Mustern auf dem Rücken des Hais hält der Wissenschaftler für Narben, die von den Tentakeln eines Riesentintenfisch stammen könnten. Vermutlich hat der Hai den Tintenfisch angegriffen und die ringförmigen Narben sind die Wunden, die ihm der Kopffüßer mit seinen Saugnäpfen zugefügt hat, als er sich im Todeskampf wehrte. Sollte dies tatsächlich der Fall sein, würde das Foto die erste dokumentierte Auseinandersetzung zwischen diesen beiden monströsen Bewohnern der Tiefe darstellen. Welche Tintenfischspezies genau diese Narben hinterlassen hat, konnte Papastamatiou nicht sagen, da kämen mehrere in Frage aber „es muss eine sehr große gewesen sein", konstatiert er.

 

Legenden über Erzählungen von Riesenkraken gibt es seit Jahrhunderten und bereits der römische Gelehrte Plinius der Ältere schrieb 55 n. Chr. von einem »Polypen« mit riesigen Augen, dessen Arme wie »verknotete Keulen« aussahen. Auch später berichteten Fischer und Walfänger immer wieder von Sichtungen oder gar Begegnungen solcher überdimensionalen Kreaturen und fanden sogar Teile ihrer riesigen Tentakel im Magen ihrer Fangbeute. Ebenso wiesen einige Wale runde Narben auf, die offenbar von enormen Saugnäpfen zu stammen schienen, wie sie nur Riesenkraken haben konnten.

Bis Mitte des 19. Jahrhunderts verwiesen Wissenschaftler diese Geschichten ins Reich der Märchen. Das änderte sich erst, als 1854 die ersten Überreste eines Riesenkalmars an die dänische Küste gespült wurden und 1857 vom dänischen Wissenschaftler Japetus Steenstrup untersucht wurden. Er war es schließlich auch, der dem Riesen seinen wissenschaftlichen Namen gab: Architheutis, was so viel bedeutet wie Ur-Kalmar.

 

Mittlerweile konnten zahlreiche Exemplare von Riesentintenfischen wissenschaftlich dokumentiert werden und nachgewiesen ist bei Riesenkraken eine Länge von über drei Metern inklusive Fangarme und bei Riesenkalmaren 13 Metern. Beim Koloss-Kalmar (Mesonychoteuthis hamiltoni) vermutet man, dass er sogar bis zu 14 Meter lang werden könnte. Er besitzt mit 27 Zentimetern Durchmesser zudem die größten Augen, die jemals von Wissenschaftlern untersucht wurden. Allerdings könnten sich in den unerforschten Tiefen der Ozeane noch viele andere Tintenfische und Arten verbergen, die wesentlich größer sind.

 

© Fernando Calvo* für Terra Mystica

Foto: Deron Verbeck, via YouTube

 

VIDEO:

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