25.09.2021

Wieder ein Krokodil in England gesichtet

In der englischen Grafschaft West Yorkshire wurde ein Krokodil gesichtet, das sich in einem dichtbesiedeltem Wohngebiet herumtrieb.

 

Schon länger machten Geschichten von einer krokodilartigen Kreatur die Runde, die von Augenzeugen in der Region gesichtet wurde. Das Reptil, das inzwischen auf den Namen »Castleford Croc« (deutsch: Castleford-Krokodil) getauft wurde, soll etwa 1,5 Meter lang sein und wurde jetzt auch von der Krankenschwester Sarah Jayne Ellis aus Castleford in ihrem Garten gesichtet. Sie konnte auch endlich ein Beweisfoto für die Existenz dieses exotischen Reptils machen.

Elis bemerkte das Krokodil hinter ihrem Garten und nahm sofort ihr Mobiltelefon, um ein paar Fotos von der Kreatur zu machen. Allerdings gab die Krankenschwester zu, es nicht lange beobachtet zu haben, da sie gerade eine anstrengende Nachtschicht hinter sich hatte und sehr müde war. Als sie einige Stunden später aus dem Fenster schaute, um nachzusehen, ob das Krokodil noch da war, schien es verschwunden zu sein.

 

Etwas später zeigte sie die Fotos, die sie von dem Reptil gemacht hatte, ihrer Schwägerin Kate Ellis Holmes. „Ich war wirklich ungläubig, als sie mir die Geschichte erzählte", schilderte sie gegenüber dem YorkshireLive. „Auch als ich das Foto sah, war ich skeptisch. Ich fand es bizarr und eine wirklich interessante Geschichte".

 

Ellis‘ Sichtung stützt einen früheren Bericht des Naturfotografen Lee Collings, der im Mai 2020 behauptete, in dem Naturschutzgebiet Fairburn Ings Nature Reserve ein krokodilähnliches Tier gesehen zu haben, dass ebenfalls um die 1,5 Meter lang war. Den Medien sagte er damals, er habe Gerüchte gehört, dass jemand einen Kaiman in dem Gebiet freigelassen habe. „Es bewegte sich, als wäre es steif. Es bewegte sich langsam, aber dennoch zu schnell, um es zu fotografieren, als mir bewusst wurde, was es war", schilderte er.

 

Offenbar entwickelt sich England zum zoologischen Garten für exotische Tierarten, denn dieses Krokodil ist nicht das einzige invasive Raubtier, dass auf der Insel gesichtet wird. Schon seit vielen Jahren machen Geschichten von Panthern und anderen Großkatzen Schlagzeilen, die durch die britische Landschaft streifen und immer wieder von der Bevölkerung beobachtet werden. Sie bilden die Grundlage für zahlreiche Legenden, darunter die von der »Bestie von Dartmoor«, der »Bestie von Bolton«, der »Bestie vom Bodmin Moor« sowie dem »Fen Tiger« oder der »Bestie von Cumbria«.

 


In Schottland mit seinen großflächigen menschenleeren Naturlandschaften und Waldgebiete wurden exotische Großkatzen aber nicht nur gesichtet, sondern teilweise auch gefangen. So konnten die Behörden im Jahr 1980 einen Puma, den man »Felicity« taufte, in der Nähe von Loch Ness einfangen und 1993 einen weiteren Puma in der Nähe der Stadt Aviemore in den Cairngorms. Bei Felicity vermutete man, dass es ein Haustier war, das vor kurzem freigelassen wurde, da sie außergewöhnlich zahm war. Felicity war außerdem schon sehr alt und litt unter Arthrose. Nach ihrer Gefangennahme wurde sie im Highland Wildlife Park untergebracht, wo sie eine ziemliche Berühmtheit erlangte. Als sie 1985 starb, wurde sie ausgestopft und im Museum und Kunstgalerie von Inverness ausgestellt, wo man sie heute noch besichtigen kann.

 

Und erst kürzlich hatten sowohl ein Angehöriger der britischen University of Cambridge in der englischen Grafschaft Cambridgeshire als auch eine Frau in der Grafschaft Cumbria »Besuch« von einer Großkatze erhalten, die sie beide fotografieren konnten (siehe hier und hier).

 

Diese vielen Sichtungen exotischer Tierarten hängen möglicherweise damit zusammen, dass in Großbritannien im Jahre 1972 ein Gesetz namens »Dangerous Wild Animals Act« verabschiedet wurde, das strengere Vorschriften für privat gehaltene Raubtiere beinhaltet. Einige Zirkusse oder private Tierhalter könnten daraufhin ihre Tiere einfach freigelassen haben. Deren Nachkommen würden dann heute noch durch die britischen Landschaften streuen und für diese Sichtungen sorgen.

 

© Fernando Calvo* für Terra Mystica

Foto: Pixabay, CC0 Creative Commons


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