02.10.2017

Indien: Neues Gesetz soll schwarze Magie bekämpfen

Als Reaktion auf den beunruhigenden Anstieg okkulter Praktiken, hat ein südindischer Staat ein neues, umfangreiches Gesetz verfasst, das eine Vielzahl von Rituale der schwarzen Magie verbietet und deren Anwendung sie zukünftig unter Strafe stellt.

 

Die Landesregierung des Bundesstaates Karnataka hat Anfang dieser Woche ein Gesetz verabschiedet, das der Prävention sowie der Ausrottung böser, unmenschlicher Praktiken und schwarzer Magie dient. Umgangssprachlich wird es »Anti-Superstition Bill« (deutsch: Anti-Aberglauben-Gesetzentwurf) genannt und die neuen Vorschriften verbieten eine umfangreiche Anzahl von Beschwörungsritualen, die von bizarr und seltsam bis zu geradezu gefährlich reichen.

 

Laut News18.com gehören zu den nun verbotenen Praktiken beispielsweise das Laufen auf heißen Kohlen, das bisher als Teil eines religiösen Rituals angewendet wurde sowie Geister zu beschwören, um das Leben eines anderen Menschen zu manipulieren. Auch eine Person als Besessen zu erklären oder ihr einzureden, dass sie von bösen Dämonen besessen sei und nur durch die Anwendung schwarzer Magie erlöst werden könne, steht zukünftig unter Strafe. Ebenso Steine gegen Häuser zu werfen und Kinder auf ein Dornenbett zu setzen, weil es sie angeblich von negativen Kräften reinigt oder einen Menschen zu schlagen, der von einem vermeintlichen Dämon ergriffen wurde. Des Weiteren wird strafrechtlich verfolgt, mittels Beschwörungsrituale nach verborgenen Schätzen oder verloren gegangenen Gegenstände zu suchen, ebenso Kontakt mit der sogenannten »anderen Seite« herzustellen, um sich von ihr helfen oder führen zu lassen.

 

Letztendlich zielt das Gesetz weitgehend darauf ab, jene Beschwörungsrituale endgültig aus den Köpfen der Menschen zu verbannen und auszurotten, bei denen Menschen körperlich verletzt werden könnten. Gutartige, religiöse Praktiken wie zum Beispiel das Durchstechen der Ohren eines Kindes oder das Abhalten von Zeremonien sind weiterhin erlaubt.

 

Anlass für das neue Gesetz war die Ermordung des aufklärerischen Denkers und Wissenschaftlers M. M. Kalburgi im Jahr 2015, wodurch die Kongressregierung in Karnataka unter starkem Druck geriet, einen solchen Anti-Superstition Bill zu verabschieden. Am Mittwoch verfasste das Kabinett von Karnataka schließlich den Gesetzentwurf namens »Karnataka Prevention and Eradication of Inhuman Evil Practices and Black Magic Bill, 2017«, der sehr wahrscheinlich bereits in der ersten Oktoberwoche vom Parlament genehmigt werden wird, um endlich Hexerei und schwarze Magie im Namen der Religion zu beenden.

 

Ob das neu erlassene Gesetz allerdings das Problem der schwarzen Magie in dem indischen Bundesstaat tatsächlich beseitigen kann, wird allerdings von einigen Experten angezweifelt. Vielmehr könnte es sogar dazu führen, dass der Glaube an die Kraft dieser Rituale gefestigt oder gar gesteigert wird, da man hinter dem Verbot lediglich die Angst der Großen und Einflussreichen vor der Macht der schwarzen Magie sieht.

 

© Fernando Calvo*, Foto: bdodane/Wikimedia, Bearb. F. Calvo

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