08.01.2022

Expedition will 100 Jahre nach Shackleton‘s Tod sein Schiff suchen

Noch in diesem Jahr soll sich eine Expedition auf die Suche nach der letzten Ruhestätte des berühmten Expeditionsschiffes »Endurance« machen.

 

Am 5. Januar 1922 starb einer der größten Entdecker der Welt, Sir Ernest Henry Shackleton, im Alter von nur 47 Jahren. Der Brite irischer Abstammung war am 8. August 1914 von England mit seinem Expeditionsschiff »Endurance« in See gestochen, um die erste Überquerung des antarktischen Kontinents auf dem Landweg durchzuführen. Dazu wollte er mit der Endurance die Antarktis im Gebiet der Weddell-See ansteuern, um dort anzulanden und den Fußmarsch von etwa 2.800 km durch die Eisregion anzutreten. Eine weitere Gruppe sollte mit dem zweiten Schiff »Aurora« zur gegenüberliegenden Seite der Antarktis fahren und von dort aus auf Shackleton’s Team stoßen und entlang ihrer Route Versorgungsdepots anlegen.

Doch es kam alles anders und Mitte Januar wurde er gezwungen, seinen Plan aufgegeben, nachdem sein Schiff in der Weddell-See von Packeis eingeschlossen wurde und er und seine Mannschaft mitten im Nirgendwo gestrandet waren. Er und seine Männer harrten neun Monate auf dem Schiff, bis es versank, und dann noch über fünf Monate auf treibenden Eisschollen aus, bis  schließlich auch die letzte zerbrach und sie sich in die drei Ruderboote retten mussten, mit denen sie dann die unbewohnte Berginsel Elephant Island erreichten.

 

In ihrer Hoffnung, Hilfe zu finden, machten sich Shackleton und einige seiner Männer in einem winzigen Boot auf den Weg über den Ozean, um die etwa 1.300 Kilometer entfernte Insel Südgeorgien im Südatlantik anzusteuern und dort Hilfe zu holen. Nach mehreren gefahrvollen Wochen auf stürmischer See erreichten sie schließlich die Insel. Shackleton und zwei seiner Männer mussten dann das bergige Gelände der Insel zu Fuß durchqueren, um zu einer besetzten Walfangstation zu gelangen.

Unglaublicherweise konnten am Ende alle Besatzungsmitglieder gerettet werden. Doch die letzte Ruhestätte der Endurance ist auch über ein Jahrhundert später noch immer ein Rätsel, das eine Expedition noch dieses Jahr auflösen und das Wrack ein für alle Mal finden möchte.

 

Dazu wollen die Forscher künstliche Intelligenz einsetzen, um den Meeresboden in etwa 900 Metern Tiefe zu scannen. Dan Snow von der BBC, der die Expedition begleiten wird, bezeichnet die Endurance als „das historischste Schiffswrack der Welt, das noch unentdeckt ist" und hofft, dass es aufgrund der kalten Temperaturen in der Region noch relativ gut erhalten geblieben ist.

 

© Fernando Calvo* für Terra Mystica

Foto: Royal Geographic Society


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