15.05.2022

Gestohlenes Nostradamus-Manuskript ist wieder aufgetaucht

Ein rund 500 Jahre altes Manuskript des berühmten Sehers Nostradamus, das vor etwa 15 Jahren aus einer Bibliothek in Rom gestohlen wurde, konnte glücklicherweise wiedergefunden werden.

 

Es ist unklar, wann das 500 Seiten umfassende Werk, das von dem bedeutenden französischen Astrologen Mitte des 15. Jahrhunderts verfasst wurde und frühe Abschriften seiner berühmten Prophezeiungen enthält, aus dem Zentrum für historische Studien der katholischen Ordensgemeinschaft der Barnabiten in Rom gestohlen wurde, doch es wird vermutet, dass es etwa 2007 war.

Wie The Guardian berichtet, hatten die Ermittler der italienischen Polizeibehörde zum Schutz des kulturellen Erbes (Carabinieri Tutela Patrimonio Culturale) herausgefunden, dass das gestohlene Manuskript auf den Schwarzmärkten in Frankreich und Deutschland angeboten worden war und es zu ihrer großen Überraschung im April letzten Jahres auf der Website eines Auktionshaus im baden-württembergischen Pforzheim entdeckt, wo es zu einem Startpreis von 12.000 Euro € zum Verkauf aufgelistet wurde. Anhand eines Stempels von 1991, dass sich auf einer der Seiten befand, konnten die Ermittler es schnell als das gesuchte, historisch wertvolle Exemplar aus der Bibliothek in Rom identifizieren.

Eine anschließende Untersuchung durch deutsche Experten konnte es auch bestätigen, woraufhin das Manuskript von den Behörden beschlagnahmt wurde, bevor es über dunkle Kanäle wieder auf dem Schwarzmarkt verschwinden konnte.

 

Die jahrelange Reise des Buches durch die kriminelle Unterwelt fand schließlich letzte Woche ein Ende, als es an die rechtmäßigen Besitzer - die Bibliothek in Rom - zurückgegeben wurde.

Nostradamus

Michel de Nostradamus (* 14. Dezember 1503, † 2. Juli 1566) lebte als Apotheker, Arzt und Astrologe im Frankreich des 16. Jahrhunderts und war bekannt für seine Zukunftsvorhersagen, dass sein Name bis heute zum Synonym für den Begriff der Prophezeiung zukünftiger Ereignisse geworden ist. Er schrieb unter anderem »Les Propheties de M. Michel Nostradamus«, das aus vier Gruppen (den sogenannten Centurien) besteht, die sich ihrerseits wiederum aus drei Mal hundert und einmal 53 Vierzeilern (Quatrains) zusammensetzten. Seine darin in verschlüsselten Versen Vorhersagen für die Zukunft sollen bis ins Jahr 3797 reichen und werden auch heute noch analysiert und referenziert, da sie sehr kryptisch formuliert wurden, sodass sie sich auf ganz verschiedene Arten übersetzen und deuten lassen.

Doch nicht alle Nostradamus zugeschriebenen Prophezeiungen sind auch tatsächlich von ihm verfasst worden, denn eine damals auch für Nostradamus unerfreuliche Tatsache war, dass bereits kurz nach dem Erscheinen seiner Prophezeiungen nicht nur Schmähschriften gegen ihn persönlich, sondern auch Fälschungen kursierten, um von seinem Erfolg zu profitieren.

Aber auch die grundsätzliche Frage, ob sich seine Schriften tatsächlich auf künftige Ereignisse beziehen, ist eine Sache der Interpretation, die leider viel Spielraum lässt.

© Fernando Calvo* für Terra Mystica

Foto: Carabinieri Tutela Patrimonio Culturale


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