08.06.2020

Kriegstagebuch nennt Versteck des Nazi-Goldes

Ein Kriegstagebuch, das jahrzehntelang im Besitz einer Freimaurerloge war, könnte zum Versteck eines 30 Tonnen schweren Nazi-Goldschatzes führen.

 

Das Tagebuch, das vor 75 Jahren von einem nationalsozialistischen SS-Offizier namens »Michaelis« geschrieben wurde, beschreibt Heinrich Himmlers Plan, große Mengen Gold, Kunstwerke und andere wertvolle Gegenstände zu verstecken, die die Nazis während ihrer Invasion und Besetzung Europas gestohlen hatten. Und im Tagebuch werden insgesamt 11 Orte aufgelistet, an denen die Nazis geraubtes Gold, Juwelen, unschätzbare Gemälde und religiöse Gegenstände versteckten. Eines der Orte soll ein verlassener Brunnen sein, der sich fast 60 Meter unter der Erde von Schloss Rohnstock im südpolnischen Dorf Roztoka befindet. Diese verborgene Schatzkammer enthält, falls sie existiert, gestohlen Gold, das angeblich von der Reichsbank im polnischen Breslau stammt und heute Milliarden Euro wert wäre.

Das Tagebuch selbst befand sich jahrelang im Besitz einer Freimaurerloge in Quedlinburg, Deutschland, die seit mehr als 1.000 Jahren existiert und während der Zeit des Dritten Reiches auch hohe Nazi-Offiziere zu ihren Mitgliedern zählte. In 2019 übergaben sie es der polnischen Stiftung »Śląski Pomost« (Schlesische Brücke), die es ihrerseits dem polnischen Volk schenkte, um sich für die Geschehnisse während des Zweiten Weltkriegs zu entschuldigen.

 

Man geht davon aus, dass dieser Verfasser »Michaelis« Nazi-Transporte in der Region kontrolliert haben und so leicht an Informationen erlangt sein könnte, wenn große Mengen von Vermögenswerten von einem Ort zum anderen verlagert worden wären. Aber könnte dieser verlassene Brunnen wirklich die Aufbewahrungsstätte eines riesigen Goldvorrats sein?

Das Gebäude selbst befindet sich in einer Region, die von den Nazis tatsächlich oft zur Lagerung von Diebesgut genutzt wurde und bekanntlich von Höhlen und Minenschächten durchzogen ist. Eine Analyse hat ergeben, dass das Tagebuch tatsächlich während des Zweiten Weltkrieges geschrieben wurde, doch das polnische Ministerium für Kultur und Nationales Erbe muss noch prüfen, ob es dort wirklich ein Goldlager gibt oder nicht.

 

Wie Live Science schreibt, planen die derzeitigen Eigentümer von Schloss Rohnstock umfangreiche Reparatur- und Renovierungsarbeiten, die auch eine umfassende Suche nach diesen angeblichen Reichtümern umfassen sollen.

 

© Fernando Calvo* für Terra Mystica

Foto: CC BY-SA 3.0 SÅ‚awomir Milejski 

Schloss Rohnstock und der Brunnen, unter dem das Gold liegen soll
Schloss Rohnstock und der Brunnen, unter dem das Gold liegen soll

* Die Beiträge unterliegen dem Urheberrechtsschutz und das Kopieren ist nur für nichtkommerzielle Zwecke und dem  Hinweis auf den Autor und dem Direktlink zu https://terra-mystica.jimdofree.com gestattet. Siehe unsere Urheberrechtsbestimmungen.

______________________________________________________________________________________________________________