05.11.2022

Wurde hier das legendäre Seeungeheuer »Ogopogo« fotografiert?

Ein älteres Ehepaar, das auf dem kanadischen See Okanagan Lake einen Bootsausflug machte, hat ein bemerkenswert scharfes Foto von einer seltsamen Anomalie im Wasser gemacht, von der einige vermuten, dass es sich um das dort angeblich ansässige Seeungeheuer namens Ogopogo, handeln könnte.

 

Einem Bericht der Global News zufolge ereignete sich die faszinierende Sichtung am 15. Oktober, als das Ehepaar Dale und Colleen Hanchar mit einer Freundin mit ihrem Boot einen kleinen Ausflug auf dem Okanagan Lake machten. Während sie auf ihrer Fahrt unbekümmert das schöne Sonnenwetter genossen, bemerkten sie, dass in der Ferne etwas Seltsames aus dem Wasser auftauchte. Als passionierter Bootsfahrer war Dale besorgt, dass das seltsame Ding eine Gefahr für andere Gleichgesinnte darstellen könnte und steuerte sein Boot sofort in Richtung des Objekts, während Colleen sich darauf vorbereitete, es zu fotografieren.

Als sie sich bis auf etwa drei Meter genähert hatten, schoss sie ein Foto von dem seltsamen Objekt und zerbrachen während der Rückfahrt sich die Köpfe, was es wohl gewesen sein könnte. Anhand des kleinen Bildes auf dem Mobiltelefon, mit dem Colleen die Kuriosität fotografiert hatte, und selbst bei direkter Betrachtung vom Boot aus konnten sie nicht viel erkennen, um es identifizieren zu können, deshalb schauten sie sich die Aufnahme sofort auf einem größeren Bildschirm an, als sie zu Hause ankamen. Was sie dann sahen, verblüffte sie noch mehr, da sie nun mehr Details erkennen konnten als zuvor auf dem Boot.

 

Anschließend betrieben sie einige Nachforschungen durch, um eine mögliche Erklärung für die Anomalie zu finden, doch es führte zu keinem Ergebnis. Fest stand nur, dass Seetang, eine Pflanze, ein Stör oder ein auf dem Kopf treibendes Reh ausgeschlossen werden konnte. Diese seltsamen hörnerartigen Dinger, die im Abstand von etwa einem Meter aus dem Wasser ragten, passten einfach zu keinem bekannten Tier oder Objekt, das es erklären könnte.


Diese »Hörner« erregten auch die Aufmerksamkeit des Volkskundlers Adam Benedict, der das Foto untersuchte und zugab, dass er von dem Bild überrascht war, als er es sah. „Ich hatte einen Moment des Zögerns, so nach dem Motto 'Wow, so etwas habe ich noch nie gesehen'", erklärte er und merkte an, dass in vielen klassischen Mythen die Seemonster mit Hörner beschrieben werden. Er räumte zwar ein, dass die Kuriosität auf den ersten Blick auch tatsächlich monsterhaft aussieht, doch er glaubt, dass es eine Wasservogelart wie eine Gans oder eine Ente zu sein scheint. „Was meine Aufmerksamkeit erregte, waren die beiden hervorstehenden Objekte an der Oberfläche. Aber wenn ich es auf einen größeren Bildschirm bringe und heranzoome, sehe ich eine Art Wasservogel im Sturzflug, entweder direkt unter der Oberfläche oder im Begriff, aufzusteigen", so Benedict. „Die beiden hervorstehenden Objekte auf dem Rücken sind natürlich seine Beine, entweder gebogen oder in der Bewegung, doch man kann auch direkt unter der Oberfläche ein Auge und den Schnabel direkt an der Wasseroberfläche erkennen."

 

Vielleicht sollte Benedict auch mal erklären, welcher Wasservogel in das Wasser ein- oder auftauchen kann, ohne Spritzer zu erzeugen und wieso es die drei Augenzeugen im Boot nicht gesehen und gehört haben?

Kanadas Seeungeheuer »Ogopogo«

»Nessie« im schottischen Loch Ness ist nicht die einzige kryptische Kreatur, von der erzählt wird, dass sie in den Gewässern eines Sees lauert. Tatsächlich stellt sie nur eine von vielen ähnlichen Legenden um Seeungeheuer rund um den Globus - unter anderem auch die vom »Champ«, »Pepie« und »Ogopogo« in Nordamerika.

Die Geschichten über den Ogopogo, der im Okanagan Lake in der kanadischen Provinz British Columbia lauern soll, gehen Jahrhunderte zurück. Sie stammen von den Ureinwohnern der Gegend und basiert auf den von den Syilx verehrten Wassergeist namens »n ̓x̌ax̌aitkʷ« (ausgesprochen n-ha-ha-it-ku), dessen Geschichten sie später an die europäischen Siedler weitergaben. Die Syilx sangen zu dem Geist und schenkten ihm Salbei, Tabak und Lachs. Doch die frühen Siedler hielten die Geschenke irrtümlicherweise für Opfergaben an ein Seengeheuer.

Im Laufe der Jahre wurden zahlreiche Sichtungen der Kreatur berichtet, sie soll einen schlangenförmigen Körper aufweisen und die Zeugen schätzten seine Größe auf bis zu 14 Metern. Seine Haut soll von dunkelgrüner bis bräunlich-schwarzer Farbe sein und hinter seinem schafsähnlichen Kopf soll es eine wallende Haarmähne besitzen - häufig wurden auch Höcker und ein gespaltener Schwanz an ihm beobachtet. Die Syilx selbst behaupten, dass »n ̓x̌ax̌aitkʷ« die Gestalt einer dunklen Schlange mit Hörnern annehmen kann, die meiste Zeit jedoch in seiner wahren Form im Wasser verbringt.

Der Ogopogo erreichte einen Bekanntheitsgrad, der fast mit dem vom Ungeheuer vom Loch Ness vergleichbar ist, so richtig bekannt wurde es aber durch ein Lied aus dem Jahre 1924 mit dem Titel »The Ogopogo: The Funny Fox-Trot«, später wurden dem mythischen Wesen auch Briefmarken gewidmet, auf Denkmälern verewigt und sogar von einer kanadischen Hockeymannschaft als Logo und Maskottchen übernommen.

© Fernando Calvo* für Terra Mystica

Foto: Colleen and Dale Hanchar

 

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