04.01.2022

Zoologe entlassen, weil er an Existenz von »Nessie« glaubte

Kürzlich freigegebene Dokumente haben den wahren Grund enthüllt, wieso der renommierte Ichthyologe Dr. Denys Tucker vom Natural History Museum in London entlassen wurde.

 

Dr. Tucker war als hoch angesehener Zoologe über viele Jahre als wissenschaftlicher Leiter am Natural History Museum beschäftigt, einem der größten naturhistorischen Museen der Welt. Doch als er 1960 kurzerhand entlassen wurde, blieb die genaue Erklärung für den vorgetragenen Kündigungsgrund angeblicher »Zuwiderhandlungen« offen und über 60 Jahre lang ein Thema für Spekulationen. Die unschmeichelhafte Entlassung sorgte dafür, dass der damals 39-Jährige nie wieder in einer höheren akademischen Position arbeiten konnte.

Wie Mail Online berichtet, haben kürzlich freigegebene Dokumente bestätigt, dass Dr. Tucker - trotz seiner beeindruckenden akademischen Leistungen und seines guten Rufs - nur deshalb seines Postens enthoben wurde, weil er glaubte, dass das Ungeheuer von Loch Ness tatschlich existieren könnte. Denn Monate vor seinem Ausscheiden hatte er in der Zeitschrift »New Scientist« über seine Überzeugung geschrieben hatte, dass es sich bei dem Ungeheuer von Loch Ness (Spitzname »Nessie«) um einen Plesiosaurier handeln könnte - einem Urzeit- Reptil, das seit 70 Millionen Jahren als ausgestorben gilt.

 

Dies hatte offenbar einflussreiche Vertreter des Museums dazu gebracht, ihre Besorgnis über eine potenzielle Rufschädigung zum Ausdruck zu bringen und Maßnahmen gegen Dr. Tucker zu fordern. „Die Kuratoren möchten, dass bekannt wird, dass sie die Verwendung von Dienstzeit oder Diensturlaub für das so genannte Loch-Ness-Phänomen nicht gutheißen", heißt es in einem internen Memo aus dem Jahr 1959.

 

„Wenn das Museum aufgrund der Aktivitäten von Mitarbeitern in unerwünschte Publizität gerät, wird man [die Kuratoren] ernsthaft verärgert sein". Mit anderen Worten: Die Aufsichtsbehörde des Museums wünscht keine Erwähnung ihrer Institution oder ihrer Mitarbeiter im Zusammenhang mit Nessie.

Dr. Tucker wurde schließlich wegen angeblichen „wiederholten, lästigen, aufmüpfigen und allgemein beleidigenden Verhaltens gegenüber dem Museumsdirektor und anderen leitenden Mitarbeitern" entlassen. In Wahrheit hatte er lediglich versucht, finanzielle Mittel für die Erforschung des Phänomens zu erhalten. „Ich habe das Projekt dem Naturkundemuseum vorgeschlagen", wurde er damals zitiert. „Das Museum schickt Expeditionen aus, um [Tier-]Exemplare zu sammeln, doch meine Idee einer Loch-Ness-Expedition gefiel ihnen überhaupt nicht. Sie verweigerten mir die Erlaubnis, Vorträge zu diesem Thema zu halten. Seit ich entlassen wurde, verweigern sie mir auch den Zutritt zur Bibliothek. Ich hatte einen internationalen Ruf als Zoologe, doch jetzt bin ich wie ein Anwalt, den man die Zulassung entzogen hat."

 

Später nahm er einen erfolglosen Rechtsstreit gegen das Museum auf, um seine Wiedereinstellung zu erreichen. Dazu gehörte auch die Einleitung eines Gerichtsverfahrens gegen den Vorsitzenden des Kuratoriums, den damaligen Erzbischof von Canterbury, Lord Fisher. Er starb 2009 in Frankreich, ohne jemals seinen Glauben an die Existenz des Kryptiden zu bereuen.

 

© Fernando Calvo* für Terra Mystica

Foto: Pixabay, Bearb. F. Calvo


* Die Beiträge unterliegen dem Urheberrechtsschutz und das Kopieren ist laut unseren Urheberrechtsbestimmungen nur für nichtkommerzielle Zwecke und dem deutlichen Hinweis auf den Autor und Direktlink zu http://terra-mystica.jimdofree.com  gestattet.

________________________________________________________________________________