21.07.2021

Bangladesch: Kleinste Kuh der Welt ist zum Star geworden

Eine Mini-Kuh hat sich in Bangladesch zu einer nationalen Sensation entwickelt und lockt Tausende von Menschen zu der Farm, auf der sie geboren wurde und nun lebt.

 

Das winzige Tier erhielt den Namen »Rani« und wurde einem Bericht der Washington Post zufolge vor 23 Monaten Jahren in der Gemeinde Charigram, 30 Kilometer südwestlich der Hauptstadt Dhaka, geboren. Sie ist seither kaum gewachsen und misst gerade mal 51 Zentimeter in der Höhe, 66 Zentimeter in der Länge und wiegt 23 Kilo. Damit ist sie zehn Zentimeter kleiner als die indische Kuh Manikyam ist, die derzeit im Guinness-Buch der Rekorde als das weltweit kleinstes Rind geführt wird.


Die Mini-Kuh hatte eigentlich bislang ein weitgehend ruhiges Leben gehabt, bis vor ein paar Wochen Bilder von ihr in den sozialen Medien von Bangladesch auftauchten, die bei den Menschen eine derartige Faszination auslösten, dass sie aus allen Landesteilen zu ihr strömen, um sie zu bestaunen. Zudem wurden auch die Medien auf sie aufmerksam, was ihr zu noch mehr Berühmtheit verhalf und auch die Besuchermassen drastisch ansteigen ließ.

 

„Mehr als 15.000 Menschen sind allein in den letzten drei Tagen gekommen, um Rani zu sehen", schilderte der Leiter der Farm, Hasan Howlader, „sie sind in Scharen hergekommen." Wegen der überwältigenden und völlig unerwarteten Reaktion der Bevölkerung auf die Miniaturkuh war die Farm gezwungen, Sicherheitsleute einzustellen und erlaubt nur noch einer Handvoll Menschen pro Tag und nur nach Terminvereinbarung den Zugang zu dem Tier. Dazu hatte der Veterinär der Regionalregierung geraten, da die vielen Besucher Krankheiten einschleppen und Ranis Gesundheit gefährden könnten. Zudem stellte der Tierarzt fest, dass Ranis Zwergwuchs offenbar das Ergebnis von Inzucht sei.

Dieser Besucherstrom ist angesichts der Corona-Pandemie und deswegen in Bangladesch vorherrschenden Lockdown besonders problematisch. Denn die Menschen dürfen ihre Wohnungen eigentlich nur noch zum Einkaufen und in Notfällen verlassen, selbst die Geschäfte (außer Lebensmittel-Läden) und Büros müssen geschlossen bleiben.

 

„Ehrlich gesagt, sind wir mittlerweile müde", gestand Howlander, dem die sprichwörtliche Rani-Manie inzwischen auch schon einige Nerven gekostet hat. Nun wollen die Prüfer des Guinness-Buch der Rekorde in den nächsten drei Monaten entscheiden, ob Rani zum neuen Rekord-Mini-Rind gekürt wird.

 

© Fernando Calvo* für Terra Mystica

Foto: Munir Uz Zaman/AFP

 

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