15.06.2021

Taucher von Wal verschluckt und wieder ausgespuckt

Ein Hummer-Taucher hatte im Nordatlantik vor der US-Küste eine unglaubliche Begegnung mit einem Buckelwal, der ihn verschluckte - ihn aber dann wieder ausspuckte.

 

Es war acht Uhr morgens, als der erfahrene Hummertaucher Michael Packard aus Wellfleet im Bundesstaat Massachusetts am vergangenen Freitag zu seinem zweiten Tauchgang vor Cape Cod ins Wasser ging. Als der 56-jährige in etwa 13 Metern Tiefe den Meeresgrund erreichte, spürte er plötzlich einen heftigen Stoß und alles um ihn herum wurde dunkel.


„Plötzlich spürte ich diesen gewaltigen Stoß und das nächste, an das ich mich erinnere, war, dass alles komplett dunkel war", sagte er der lokalen Nachrichtenseite Cape Cod Times. „Ich konnte spüren, dass ich mich bewegte, und ich konnte fühlen, wie der Wal mit den Muskeln in seinem Maul presste." Doch was war passiert? Ohne es zu bemerken, war er versehentlich von einem riesigen Buckelwal verschluckt worden! Packard realisierte sehr schnell was geschehen war und schilderte: „Ich war komplett drin; es war völlig dunkel. Ich dachte mir: 'Hier komme ich auf keinen Fall mehr raus. Ich bin erledigt, ich bin tot'. Mein einziger Gedanke waren meine Jungs - sie sind erst 12 und 15 Jahre alt."

 

Doch das Schicksal meinte es offenbar gut mit ihm, denn der Wal merkte schnell, dass er bei der Wahl seines »Snacks« offenbar einen Fehler gemacht hatte und spuckte ihn wieder aus. „Ich sah Licht, und er [der Wal] fing an, seinen Kopf zur Seite zu drehen, und das nächste, was ich weiß, ist, dass ich wieder draußen [im Wasser] war", so Packard. Er schätzt, dass er insgesamt zwischen 30 und 40 Sekunden im Maul des Buckelwals verbracht hat. Am Ende überstand er diese gefährliche Situation mit einem gebrochenen Bein und ein paar anderen kleineren Verletzungen, die im Krankenhaus behandelt werden mussten.

Josiah Mayo, der zur Crew von Packard‘s Boot »Ja’n J« gehört, bestätigte die Geschichte, dass ein mittelgroßer Buckelwal plötzlich aus dem Wasser geschossen kam und Packard aus seinem Maul in die rausgeschleudert wurde. Und Jooke Robbins, Direktorin der Buckelwal-Studien am Center for Coastal Studies in Provincentown, hält die Aussagen für glaubhaft, zumal Josiah Mayo’s Vater ebenfalls Forscher und Wal-Experte in ihrem Institut ist. „Ich kenne die beteiligten Personen (...) also habe ich allen Grund zu glauben, dass das, was sie sagen, wahr ist“, sagte sie.

 

Sie gesteht, noch nie zuvor von einem solchen Vorfall gehört zu haben, hält es aber durchaus für möglich. Sie erklärt, dass Wale bei ihrer Nahrungssuche mit offenem Maul voranpreschen und auf diese Weise sehr schnell Fisch und Wasser schlucken, dabei könnte auch versehentlich ein Mensch in ihr Maul gelangen. Aber da ihre Rachen ziemlich schmal sind, dürfte es unmöglich sein, dass sie etwas Großes wie einen Menschen ganz hinunterschlucken können.

 

© Fernando Calvo* für Terra Mystica

Foto: CC BY 3.0 Whit Welles

 

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