08.10.2020

Wäre ein »Jurassic Park« theoretisch möglich?

In Steven Spielbergs Filmreihe »Jurassic Park« wurden atemberaubende Kreaturen aus dem Erdzeitalter des Mesozoikums wieder zum Leben erweckt, indem die Wissenschaftler die in Bernstein konservierte DNA verwendeten, um die Dinosaurier nachzubilden. Aber wäre es denn überhaupt möglich, prähistorische Tiere in unserer heutigen Zeit am Leben zu erhalten?

 

Tatsächlich dürfte es weitaus schwieriger sein, als man vielleicht erwarten würde, denn zunächst einmal ist es gegenwärtig wissenschaftlich nicht möglich, Dinosaurier durch Rekonstruktion ihrer DNA wieder zum Leben zu erwecken, da sie im Laufe von Millionen von Jahren unweigerlich unbrauchbar wird, egal wie gut sie erhalten wurde.

Problem des Lebensraums und der Nahrung

Doch selbst wenn wir diese erste vermutlich unüberwindbare Hürde außer Acht lassen und annehmen würden, dass es einem Forscherteam tatsächlich gelingt, Dinosaurierbabys heranwachsen zu lassen, käme sofort ein zweites und dauerhafteres Problem: Wie kann man sie nicht nur am Leben erhalten, sondern ihnen auch den Lebensraum bieten? Denn sobald wir eine ausgestorbene Spezies wieder auf der Erde ansiedeln, übernehmen wir auch eine gewisse Verpflichtung, diese Tiere zu schützen und für sie zu sorgen - und bei diesen Riesenechsen könnte es unsere Möglichkeiten überschreiten.

 

Als Ansiedlungsgebiet käme aus Sicherheitsgründen - wie auch in Jurassic Park - nur eine sehr große abgelegene und unbewohnte Insel mit einem tropischen Klima in Frage. Dann müssten wir für die fleischfressenden Saurier wie den Velociraptor, Carnotaurus oder Tyrannosaurus rex täglich Tonnen von Fleisch in Form von Rindern, Schafe oder Schweine zur Verfügung stellen, bei den Sauropoden (Pflanzenfresser) wäre es sogar noch viel schwieriger, ihnen genügend Nahrung zu bieten. Es ist zwar nicht genau geklärt, wie die Ernährung der Sauropoden aussah, doch man nimmt an, dass sie Nadelbäume bevorzugten und die findet man in tropischen Regionen nicht vor. Zwar gibt es in den heutigen tropischen Regionen der Erde reichlich Vegetation, doch ist es fraglich, ob Sauropoden einen Großteil davon als Nahrung akzeptieren würden. Und wenn man die riesige Menge von Nährstoffen in Betracht zieht, die ein Tier dieser Größe benötigt, ganz zu schweigen von einer ganzen Population, könnten sie, trotz einer Pflanzenvielfalt verhungern.

 

Problem mit der Erdatmosphäre

Einige Studien deuten darauf hin, dass der Sauerstoffgehalt in Teilen des Mesozoikums über 35 Prozent des heutigen Wertes betragen haben könnte. Dieser zusätzliche Sauerstoff sättigte die Atmosphäre bis zu einem Punkt, an dem die Luft buchstäblich dicker war als heute. Der höhere Sauerstoffgehalt und die dichtere Atmosphäre haben möglicherweise zum Gigantismus einiger Arten beigetragen, insbesondere großer fliegender Insekten, die die atmosphärischen Bedingungen ausnutzten, um größer zu werden, als sie es in der heutigen Zeit können.

 

Unsere heutige Atmosphäre hat einen durchschnittlichen Sauerstoffgehalt von 21 Prozent, was einem Abfall von fast der Hälfte seit diesem Höchststand vor einigen hundert Millionen Jahren entspricht. Zum Vergleich: Das ist etwa die gleiche Differenz wie die Sauerstoffmenge, die im Everest-Basislager zur Verfügung steht, verglichen mit der Sauerstoffmenge in der Luft auf Meereshöhe.

 

All das bedeutet, dass unsere umherstreifenden »Jurassic Park«-Saurier zwar in der Lage sein könnten, die heutige Luft zu atmen, doch es wäre nicht angenehm für sie und es dürfte nicht über lange Zeiträume hinweg tragbar sein.

 

Fazit: Das Leben eines Dinosauriers in unserer heutigen Zeit wäre ein sehr eingeschränktes Leben auf einer eingeengten und begrenzten Fläche. Denn selbst wenn sie sich frei auf einer ganzen Insel bewegen könnten, diese großen Echsen würden sehr wahrscheinlich Schwierigkeiten haben, langfristig genügend Nahrung zu finden und sie würden ständig kurzatmig sein.

 

© Fernando Calvo* für Terra Mystica

Foto: Industrial Light & Magic

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