07.01.2020

Renommierter Physiker will eine Zeitmaschine bauen

Prof. Ronald L. Mallett hat sein ganzes Leben lang den Traum verfolgt, eine Zeitmaschine zu bauen, um seinen Vater zu retten, der als starker Raucher an einen Herzinfarkt starb.

 

Angefangen bei Klassikern wie »Die Zeitmaschine« über »Doktor Who« und »Zurück in die Zukunft« bis »Edge of Tomorrow« erfreuen sich seit Jahrzehnten die Menschen an den Geschichten über Zeitreisen in Science-Fiction-Filmen und -Literatur. Aber könnte es auch tatsächlich möglich sein, in die Vergangenheit oder Zukunft zu reisen? Gemäß Professor Mallett von der University of Connecticut liegen Zeitreisen nicht außerhalb der physikalischen Möglichkeiten.

Der renommierte theoretische Physiker ist von der Idee der Zeitreisen besessen, seit er ein Jahr nach dem Tod seines Vaters Boyd Mallett »Die Zeitmaschine« des Autors H.G. Wells gelesen hatte. Als sein Vater im Jahre 1955 mit nur 33 Jahren an einem plötzlichen Herzinfarkt verstarb, war Ronald gerade mal 10 Jahre alt. In seiner unendlichen Trauer gab er ein Versprechen ab: Er werde irgendeine Möglichkeit finden, in der Zeit zurück zu reisen und seinen Vater vor diesem tragischen Schicksal warnen und seinen Tod verhindern.

 

Heute ist Ronald L. Mallett Physikprofessor an der Universität von Connecticut und hat Wort gehalten, er hat nämlich die Pläne für eine Zeitmaschine entwickelt, von der er überzeugt ist, dass sie funktioniert und deren Betrieb bisher lediglich an der Finanzierbarkeit gescheitert ist. Jahrelang musste er heimlich an seinem Projekt Zeitreisen arbeiten, da er bei seinen Kollegen nicht als Spinner abgestempelt werden und seinen guten Ruf aufs Spiel setzen wollte. Doch seit einigen Jahren glaubt er, dass die Zeit endlich dafür gekommen sei, auch offen über seine revolutionären physikalischen Absichten sprechen zu können.

 

Auf CNN erklärt Mallet, wie gemäß Einsteins allgemeiner Relativitätstheorie Reisen in die Vergangenheit durch die Verzerrung der Raumzeit möglich sind. Dazu müssten Raum und Zeit derart stark verzerrt werden, dass eine geschlossene Schleife entsteht. Theoretisch erreicht man das eigentlich nur mittels enormer Massen wie Schwarze Löcher, Wurmlöcher oder kosmische Strings, was sich aber in der Praxis als völlig unrealisierbar erweist. Doch Mallett entdeckte einen Ausweg, denn laut Einsteins Formel E=mc² besitzt jede Masse auch Energie und demnach müsste er also den Raum auch durch Energie krümmen und mit Hilfe von zirkulierendem Licht in der Zeit reisen können.

 

In den theoretischen Berechnungen sieht er die Funktionalität seiner Zeitmaschine eigentlich schon bestätigt, nur an der Finanzierbarkeit scheitert deren Betrieb. Man müsste zunächst eine erste Phase über fünf Jahre einleiten, bis man die vorhergesagte Verschiebung des Gravitationsrahmens oder die Krümmung des Raumes durch das Licht sehen kann. Erst dann könnte man zur zweiten Phase schreiten, wo man die Krümmung der Zeit feststellt, die schließlich zur Zeitreise führt - und die Kosten für diese zweite Stufe wären nicht vorhersehbar. Mit dem Prototyp soll man immerhin Daten und Informationen in die Vergangenheit senden können.

 

Aber auch wenn Malletts Zeitmaschine irgendwann realisiert werden sollte, wird es für ihn kein Wiedersehen mit seinem geliebten Vater geben. Dessen ist er sich auch bewusst: „Die Zeitschleifen werden nämlich erst dann gebildet, wenn die Maschine angeworfen wird. Nehmen wir an, ich schalte sie jetzt ein und lasse sie zehn Jahre lang laufen. Wenn ich dann in die Zeitmaschine einsteige, kann ich zwar in die Vergangenheit reisen – aber nur zurück bis zum heutigen Tag“, muss er sich selber eingestehen.

 

© Fernando Calvo*, Foto: Willgard/Pixabay

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