11.01.2020

Dyatlov-Pass-Rätsel: Schwester eines Opfers äußert sich

Die Aussagen der Schwester eines der Opfer offenbart einen neuen Blickwinkel auf den rätselhaften Dyatlov-Pass-Vorfall aus dem Jahre 1959.

 

In einem Interview mit der BBC schildert Tatyana Perminova, dass sie diejenige war, die damals als Zwölfjährige bei ihnen zu Hause ans Telefon ging, als die Behörden mit der erschütternden Nachricht anriefen, dass ihr Bruder Igor gestorben sei. „Am nächsten Tag wurden meine Eltern zur Universität gerufen und damit begann der Albtraum", erzählt die heute über 70-jährige Großmutter.

Sie gab zu verstehen, dass sie und die anderen betroffenen Familien genauso vor einem Rätsel gestanden haben, wie es zu dem Tod ihrer geliebten Angehörigen gekommen war, wie der übrige Rest der Welt auch. Sie hätten von den russischen Behörden lediglich völlig gefühllos gesagt bekommen: „Sie werden nie die Wahrheit erfahren, also hören Sie auf, Fragen zu stellen.“

 

Perminova macht auch deutlich, dass versucht wurde, sie einzuschüchtern und zum Schweigen zu bewegen. „Man muss bedenken, dass wenn man dir damals sagte, dass du den Mund halten sollst, du auch geschwiegen hast“, erklärt sie die Angst vor den Mächtigen im Land. Doch da seit dem Vorfall mittlerweile sechs Jahrzehnte vergangen sind, fürchtet sich Perminova nicht mehr vor Konsequenzen.

 

Sie äußerte sich auch zu den gängigen Theorien darüber, was die Gruppe getötet haben könnte und glaubt nicht, dass eine Lawine oder ein Unwetter die Ursache gewesen sei. Für sie steckt da etwas wesentlich Unheimlicheres dahinter. „Wenn es nur eine gewöhnliche Tour gewesen war, die wegen extremer Wetterbedingungen schlecht ausging, warum beunruhigte das die höchsten Autoritäten im Land dann so? Ich denke, das zeigt, dass dort etwas Außergewöhnliches passiert ist", schlussfolgert sie.

 

Sie selbst möchte sich nicht an Spekulationen beteiligen, was damals vorgefallen sein könnte, aber sie beschreibt den enormen Schmerz, den die Familien in den letzten sechzig Jahren mit so vielen unbeantworteten Fragen ertragen mussten. „Emotional gesehen, ist das sehr schwer", erklärt sie.

 

Der BBC gelang es zudem, noch zwei weitere Zeitzeugen zu befragen. Zum einem einen Mann, der damals zu dem Suchtrupp gehörte, der die toten Studenten entdeckte, sowie eine Frau, die zur Zeit des Vorfalls in einem nahe gelegenen Dorf lebte und behauptet, ein „helles, leuchtendes Objekt am Himmel" gesehen zu haben, das einer Rakete ähnelte. Diese Aussage scheint die Theorie zu bestätigen, dass die neun Menschen am Dyatlov-Pass durch einen von der Regierung geheimen Raketentest ums Leben kamen (wir berichteten).

 

Die Fakten zum Dyatlov-Pass-Vorfall

Im Jahre 1959 machte sich eine zehnköpfige russische Studentengruppe zu einer Expedition auf, die von ihrem Studiengenossen Igor Dyatlov geleitet wurde und zu dem Berg Otorte im Ural führen sollte. Lediglich einer kam wieder lebend zurück, weil er die Gruppe aus gesundheitlichen Probleme frühzeitig verlassen musste, die anderen sieben Männer und zwei Frauen fanden in der eisigen Wildnis einen grausamen und mysteriösen Tod.

 

Die Studenten waren am 27. Januar in dem kleinen Dorf Vishay, am Fuße der Berge, gestartet und beabsichtigten, am 12. Februar dorthin wieder zurückzukommen. Als ihre Rückkehr überfällig wurde und es keinerlei Lebenszeichen von ihrem Verbleib gab, wurde am 20. Februar eine Vermisstenanzeige aufgegeben und ein Suchtrupp zusammengestellt. Er bestand aus Studentenkollegen der Verschollenen, Polizei und dem Militär und gemeinsam wurde mit Unterstützung von Hubschraubern und Flugzeugen das gesamte Gebiet abgesucht, in denen die Studenten gemäß ihrer geplanten Route unterwegs gewesen waren.

 

Am 26. Februar fanden die Suchtrupps schließlich das verlassene Lager der Gruppe am Hang des Berges Kholat Syakhl. Die Zelte wiesen Beschädigungen auf und die Studenten schienen ihr Lager fluchtartig verlassen zu haben, denn ihre gesamte Ausrüstung befand sich noch dort. Der Suchtrupp konnte in etwa einem Kilometer Entfernung die Leichen von Georgyi Krivonischenko und Yuri Doroshenko im Schnee entdecken. Seltsamerweise trugen sie trotz Temperaturen um die Minus 30 Grad nur ihre Unterwäsche an ihrem Körper und es machte den Eindruck, als wenn sie in Panik aus dem Zelt und um ihr Leben gelaufen wären. Offensichtlich hatten sie noch versucht, auf eine Kiefer zu klettern, um Schutz zu suchen, denn die Bäume wiesen entsprechende Spuren auf.

 

Etwa 300 Meter von diesen Kiefern entfernt fand man den Leichnam von Igor Dyatlov, nach weiteren 480 m den von Rustem Slobodin und schließlich 630 m weiter den leblosen Körper von Zinaida Kolmogorova, allesamt ebenfalls nur sehr spärlich bekleidet. Erst am 4. Mai konnte man dann auch die Leichen der vier anderen Mitglieder bergen, die unter einer rund vier Meter dicken Schneedecke 75 m weiter im Tal begraben lagen. Sie hatten zwar etwas mehr Bekleidung an ihren Leibern, sie bestand aber offenbar aus Stofffetzen und Kleidungsstücke der anderen Toten. Alle Leichen wiesen schwerste Verletzungen und Verstümmelungen auf, teilweise waren den Studenten die Augen und Zunge entfernt. Forensische Untersuchungen zeigten zudem erhöhte Dosen an radioaktiver Strahlung an den Kleidungsstücken einiger Toten. Nach den Beerdigungen gaben Angehörige der Verstorbenen an, dass die Haut der Opfer tief gebräunt ausgesehen habe und die Haare komplett grau gewesen seien. Doch was war den neuen Studenten zugestoßen? Warum verließen sie fast unbekleidet ihre Zelte und flüchteten in die todbringende Kälte? Warum wurden ihre Körper derartig verstümmelt?

 

Nun, die staatlichen Behörden verdächtigten zuerst das Volk der Mansen, dass in der Nähe lebt und dessen heiliges Gebiet die Studenten betreten hatten, doch man konnte ihnen nichts beweisen und sie selber bestritten so ein Massaker angerichtet zu haben. Schließlich wurde der Fall von der Sowjet-Regierung nach nur vierwöchiger Untersuchung für abgeschlossen erklärt und gilt seither als ungelöstes Rätsel.

 

© Fernando Calvo*, Foto: Public Domain

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