08.09.2022

Englische Region wird seit Jahren von rätselhaftem »Brummen« geplagt

Das sogenannte »Holmfield Hum« (deutsch; Holmfield-Brummen) ist so nervig, dass es bei einigen Personen bereits zu gesundheitlichen Problemen und Schlafstörungen geführt hat.

 

Seit mindestens zwei Jahren wird die Regiom um Holmfield in der englischen Grafschaft West Yorkshire von einem unaufhörlichen, tiefen Brummton geplagt, der zu jeder Tages- und Nachtzeit zu hören ist. Das Problem greift dermaßen tief in das Leben der Einwohner ein, dass einige nicht mehr schlafen können und sich gezwungen sahen, ihre Arbeitszeiten zu ändern. Andere haben sich sogar in umliegende Hotels einquartiert, um dem Lärm zu entfliehen.

Wie die BBC News berichtet, kommt für die Einwohner von Holmfield erschwerend hinzu, dass im August die zuständige Verwaltungseinheit auf einer Sitzung des Stadtrats von Calderdale mitgeteilt hatte, dass „alle angemessenen Untersuchungsmöglichkeiten ausgeschöpft wurden", was wohl darauf hindeuten soll, dass die Ursache für das Brummen möglicherweise nie herausgefunden wird.

 

Das Gebiet ist von einer Reihe von landwirtschaftlichen Betrieben, Industrie- und Gewerbegebieten umgeben und es sei so gut wie unmöglich, genau zu ermitteln, welche(r) von ihnen dafür verantwortlich sein könnte(n). „Die ermittelnden Beamten sind der festen Überzeugung, dass sie es mit mehr als nur einer Lärmquelle zu tun haben", erklärte Stadträtin Jenny Lynn.

Es gibt jedoch noch einen kleinen Hoffnungsschimmer für die Einwohner, denn Lynn hat angedeutet, dass es in den nächsten Wochen ein Update zu den Ermittlungen geben soll. „Wir sind dabei, die Bürger über die Ergebnisse der Untersuchung zu informieren, und gehen davon aus, dass wir dies bis Mitte September abschließen werden, wobei wir die Verfügbarkeit aller Beteiligten berücksichtigen", sagte sie.

 

Angesichts der bisherigen unzufriedenstellenden Fortschritte sind viele Einwohner jedoch nicht sehr optimistisch.


Über »The Hum«

Immer wieder berichten Menschen aus den verschiedensten Ländern von rätselhaften Brummtönen, die ihnen den Schlaf rauben und sie schier in den Wahnsinn treiben. Doch was hat es mit diesen Brummtönen auf sich? Ist alles nur Einbildung, ein harmloses Phänomen oder steckt mehr dahinter?

Tatsächlich fühlen sich nicht nur einzelne Personen durch dieses lästige, tieffrequente gestört, sondern in der Regel ganze Ortschaften, was bereits gegen ein rein subjektives Empfinden - also Einbildung - spricht. Zudem sind die tiefen Frequenzen oft auch physikalisch messbar, das Phänomen ist also real. Die Frage ist also nur: Wer oder was ist dafür verantwortlich, ist es natürlichen oder technischen Ursprungs, und wer ist schuld daran?

Die ganzen registrierten Fälle scheinen mehrere Faktoren gemeinsam zu haben: Im Allgemeinen ist das Brummen nur in geschlossenen Räumen zu hören und es ist in der Nacht lauter als während des Tages. Es ist auch häufiger in ländlichen oder vorstädtischen Umgebungen zu hören. Berichte aus Städten sind selten, wahrscheinlich wegen der stetigen Hintergrundgeräusche in den überfüllten Städten.

Erstmals wurde das Brummton-Phänomen in den 1950er-Jahren in Großbritannien dokumentiert, besondere Bekanntheit erlangte es aber in 1989, als es die Bürger von Taos (New Mexico) zur Verzweiflung brachte, weswegen es seitdem auch als »Taos Hum« oder nur »The Hum« (deutsch: Das Brummen) bezeichnet wird.

Die bekanntesten Orte des Hum-Phänomens sind:

- Bristol in England
- Taos in New Nexico/USA
- Kokomo in Indiana/USA
- Windsor in Ontario/Kanada
- Bondi (Stadtteil von Sydney) in Australien
- Auckland in Neuseeland

Aber auch in Deutschland treten diese mysteriösen Brummtöne auf. So auch in Steinhöring im Landkreis Ebersberg bei München, wo seit Jahren nach der Quelle der nervtötenden Geräusche gesucht wird, oder in Leinfelden-Echterdingen bei Stuttgart, wo in 2016 rund 10.000 Euro für eine Messung ausgegeben werden mussten, weil sich um die 70 Einwohner wegen tiefer Schallfrequenzen beschwert hatten, die sie auch als Vibrationen spürten. Eine eindeutige wissenschaftliche Erklärung konnte bis heute nicht erbracht werden.

© Fernando Calvo* für Terra Mystica

Foto: Pixabay, Bearb. F. Calvo

 

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