07.01.2023

Mexikos »Großer Hexenmeister« blickt in die Zukunft von 2023

Ein schillernder, selbsternannter mexikanischer Hellseher, der im eigenen Land als »Brujo Mayor« (Großer Hexenmeister) bezeichnet wird, hat seine Vorhersagen für 2023 bekannt gegeben.

 

Ähnlich wie bei vielen seiner Kollegen auf der ganzen Welt (siehe hier und hier), beginnt für Antonio Vazquez mit dem Januar die sprichwörtliche Hochsaison seiner Tätigkeit als Hellseher. Sie startet mit dem alljährlichen Treffen, bei dem er seine Prognosen für das kommende Jahr vorstellt und das aufgrund seines ausgeprägten Auftretens und seiner waghalsigen Vorhersagen für die kommenden zwölf Monaten, ein beliebtes Ereignis in Mexiko ist, das auch in den Medien große Beachtung findet.

Und so hatte El Brujo - wie er allgemein genannt wird - auch dieses Jahr seinen großen Auftritt, als er seine Vorhersagen für das neue Jahr verkündete. Doch anders als im Jahr 2022, als er mehr dozierte als prognostizierte, da er hauptsächlich über den Zustand des Weltgeschehens sinnierte und scheinbar nur gelegentlich eine Vorhersage machte, schien der Hellseher bei der diesjährigen Pressekonferenz zu seiner gewohnten Form zurückzukehren und bot mit Hilfe seiner vertrauten Tarotkarten eine Reihe von Einblicken in das Jahr 2023.

 

Laut dem Bericht von The San Diego Union-Tribune machte er die Voraussage, dass es offenbar vorerst kein Ende des Krieges in der Ukraine geben wird, weil die Vereinigten Staaten ihn aufrechterhalten, indem sie ihn mit viel Geld finanzieren, was zu „ernsthaften Problemen auf dem Planeten führen wird". Allerdings ging er nicht näher darauf ein, welcher Art diese Probleme sein könnten.

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Er fügte hinzu, dass die Weltwirtschaft trotz der globalen Probleme „wirklich ausgeglichen“ sein werde und dass Mexiko „ein wirtschaftlich wirklich zufriedenstellendes Jahr erleben wird“. Er betonte auch, dass er in diesem Jahr weltweit keine schweren Naturkatastrophen voraussehe, doch es werde „komplizierte" politische Situationen geben, von denen Mexiko nicht ausgenommen sein werde, insbesondere aufgrund der Wahlen im Juni dieses Jahres zur Wahl der Gouverneure von Coahuila und des Staates von Mexiko, Ereignisse, die die Institutional Revolutionary Party (PRI) nie verloren hat. Er sagte voraus, dass es im Bundesstaat Mexiko „nicht Morena sein wird, weil die PRI sich weiterhin selbst aufrechterhalten und seltsame Dinge tun wird“.

 

Obwohl Vazquez in der Vergangenheit auch durch seine negativen Vorhersagen zur amerikanischen Politik von sich reden machte, hat er sich in diesem Jahr scheinbar aus den politischen Spannungen zwischen den USA und Mexiko heraushalten wollen. Allerdings sagte er voraus, dass das Jahr 2023 für den mexikanischen Präsident López Obrador und seine Regierung nicht besser werden wird, da sich sein Gesundheitszustand weiter verschlechtern und seine Partei schwere Brüche erleiden wird. Und in Bezug auf die Möglichkeit, dass eine Frau López Obrador in der Präsidentschaft ablöst, erklärte El Brujo, dass in diesem Jahr die Kandidaten für die Präsidentschaft 2024 festgelegt werden und er in der aktuellen Regierungschefin von Mexiko-Stadt, Claudia Sheinbaum, größere Chancen auf die Kandidatur sehe als in Außenminister Marcelo Ebrard oder Innenminister Adán Augusto López.


In Bezug auf Gewalt und Instabilität sagte Vázquez, dass die Unsicherheit in diesem Jahr im ganzen Land zunehmen werde. Und zum Thema Gesundheit im Allgemeinen hat der Seher für dieses Jahr keine problematische Pandemiesituation vorhergesehen. Für den 81-jährigen Filmschauspieler Andrés García prophezeit er jedoch anhaltende gesundheitliche Probleme und bedauert, dass er nicht weiterleben wolle. „Es geht zu Ende, er will sich schon verabschieden, er will diesen Körper nicht mehr haben, er will nicht mehr weitermachen, er leidet sehr“, sagte er. Er wies darauf hin, dass der Schauspieler das Opfer von schwarzer Magie sei und empfahl ihm, die Person auszutauschen, die für seine Betreuung verantwortlich ist.

 

Wie immer wird die Zeit zeigen, ob seine Vorhersagen für das neue Jahr zutreffen oder nicht. Ein Rückblick auf seine Vorhersagen für das Jahr 2021 zeigt jedoch eine gemischte Bilanz, denn seine Vision, dass das Coronavirus „zwischen Mai und Juni bewältigt werden wird, aber nicht in diesem Jahr endet", war zwar insofern recht zutreffend, als der ursprüngliche Virus zu der besagten Zeit tatsächlich zu schwinden begann, doch es tauchten die neuen Delta- und Omikron-Varianten auf. Zudem behauptete Vazquez auch, dass die Olympischen Sommerspiele erneut verschoben würden, was nicht der Fall war.

 

In seinen Prophezeiungen für 2022 traf der Hexenmeister jedoch in einem Punkt voll ins Schwarze, denn er äußerte sich zu den Chancen Mexikos bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2022 sehr pessimistisch und sagte, dass „die [mexikanische] Nationalmannschaft viel Spaß haben wird, doch sie wird die meisten Spiele verlieren" und nicht über die Gruppenphase des Turniers hinauskommen. Zwar verloren sie nur ein Spiel, schieden aber dennoch mit nur vier Punkten aus drei Spielen tatsächlich nach der Gruppenphase aus.

 

© Fernando Calvo* für Terra Mystica

Foto: Gemeinfrei


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