22.11.2022

Rätsel um »Geisterluftschiff« und seiner Besatzung seit 1942 ungelöst

Im August 1942 verschwand ein Luftschiff und tauchte einige Stunden später unversehrt wieder auf - die gesamte Besatzung war aber jedoch verschwunden und es ist bis heute ein Rätsel, was sich an Bord zugetragen hat.

 

Bei dem Luftschiff mit der Bezeichnung L-8 handelte es sich um ein Prallluftschiff der L-Klasse, das sich während des Zweiten Weltkriegs im Einsatz der U.S. Navy befand. Am 16. August 1942 startete es von Treasure Island in San Francisco, um eine Patrouille vor der Küste von San Francisco durchzuführen und nach feindlichen U-Booten Ausschau zu halten, doch schon kurz darauf verschwand es in der Nähe von Fort Funston über dem Meer.

Als es einige Stunden später südlich von San Francisco wieder auftauchte, schien mit dem Luftschiff jedoch etwas nicht zu stimmen, denn seine Hülle war erschlafft und beim Herabsinken streifte es Telefon- und Stromleitungen, bis es schließlich am Ocean Beach in der Nähe von Fort Funston aufsetzte. Bei der Untersuchung der Absturzstelle stellten die Ermittler zu ihrer Überraschung fest, dass von den beiden Besatzungsmitgliedern, die beim Start des Luftschiffs an Bord gewesen waren, jede Spur fehlte.

 

Noch seltsamer war die Tatsache, dass das Luftschiff selbst eigentlich völlig intakt war. Die Tanks waren gut gefüllt, das Funkgerät war funktionsfähig, auch das Rettungsfloß, die Waffen und sogar die geheimen Unterlagen, die im Notfall vernichtet werden mussten, befanden sich noch an ihrem Platz in der Kabine. Man fand auch keine Anzeichen dafür gefunden, dass die Kabine ins Wasser eingetaucht wäre. Auch das Erschlaffen der Hülle ließ sich damit erklären, dass L-8, wie von Zeugen zuvor beobachtet worden war, über seine Prallhöhe gestiegen war, was dann zum Abblasen von Helium über die Sicherheitsventile geführt hatte. Zudem wurden die Ballonetts nicht mehr mit Motorenkraft prall gehalten.


Fazit: Alles deutete darauf hin, dass es weder einen technischen Defekt gab, dass die beiden Besatzungsmitglieder zum Verlassen der Kabine gezwungen haben könnte, noch dass eine feindliche Intervention stattgefunden habe, da die geheimen Unterlagen nicht entwendet worden waren. Aber selbst bei einem Motorausfall wären die beiden erfahrenen Luftschiffer in der Lage gewesen, durch den Abwurf von Ballast oder Wasserbomben zum Festland zurücktreiben zu lassen. Es schien, als sei die Besatzung ohne ersichtlichen Grund über den Ozean abgesprungen.

 

Eine umfangreiche Suche sowie gründliche Untersuchung des Vorfalls kamen letztendlich zu keiner Erklärung und auch zu dem Verbleib der beiden Besatzungsmitglieder konnten die Ermittler weder eine Spur noch einen Hinweis finden. Bis heute, 80 Jahre später, ist es ein großes Rätsel, was sich an Bord des Luftschiffes zugetragen hat oder mit der Besatzung geschehen ist.

 

© Fernando Calvo* für Terra Mystica

Foto: US National Archives


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