14.08.2022

Vermeintlicher Gestaltwandler versetzt eine mexikanische Stadt in Panik

In einer mexikanischen Stadt ist eine regelrechte Panik ausgebrochen, der die Einwohner dazu veranlasst hat, weiße Kreuze an ihre Haustüren zu malen, um sich dadurch vor einem Wesen zu schützen, das sie als übernatürlichen Gestaltwandler bezeichnen.

 

Laut dem lokalen Medienbericht von Mexico News Daily zufolge fing die ungewöhnliche Geschichte vor etwa zwei Wochen an, als mehrere Einwohner der Gemeinde Cocoyoc von mysteriösen Geräuschen berichteten, die sie immer wieder hörten und weder von einem Menschen noch einem der heimischen Tiere zu stammen schienen. Nur kurze Zeit später meldeten sich weitere Personen, die ebenfalls Zeuge dieser rätselhaften Geräusche geworden waren und viele von ihnen waren der Überzeugung, dass der Verursacher dieser unheimlichen Vorfälle ein besonders bösartiges Wesen aus der mexikanischen Mythologie war.

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Da Cocoyoc eine Gemeinde ist, in der der traditionelle Glaube noch stark ausgeprägt ist, vermuten die Einwohner, dass ein übernatürliches Wesen dafür verantwortlich sei, das als Nagual (auch Nahual) bezeichnet wird. Der Nagual war schon wesentlicher Bestandteil der Azteken- und Maya-Mythologie und sie beschrieben in als ein Wesen, das nachts nach Belieben die Gestalt eines Tieres oder Pflanze annehmen und den Menschen, denen sie begegnen, großes Unglück zufügen kann. Zudem besagt die Legende, dass diese bösartigen Kreaturen in der Lage sind, sich so eng mit einem Menschen zu verbinden, dass der Tod oder eine Verwundung immer beide treffe.

 

Als Reaktion auf die vermutete Anwesenheit dieses unheimlichen Dämons in ihrer Stadt verlassen zahlreiche Einwohner ihre Häuser nicht mehr nach 22 Uhr, um ihm nicht über den Weg zu laufen. Zusätzlich haben sie weiße Kreuze auf ihre Türen gemalt, um sich vor dem Wesen zu schützen.

Weil diese Einwohner von Cocoyoc an die alten Mythen glauben und sämtliche Sicherheitsvorkehrungen vorgenommen haben, um den Nagual abzuwehren, ist die Gemeinde in sozialen Medien Mexikos zum Gespött geworden ist. Der Historiker Gustavo Garibay bat um mehr Rücksicht und betonte, dass „Cocoyoc eine kulturelle Hochburg ist, in der es bis vor relativ kurzer Zeit noch Zauberpraktiken und Heiler gab", und forderte von denjenigen, die sich über diese Geschichte lustig gemacht haben, daher mehr Respekt.

 

© Fernando Calvo* für Terra Mystica

Foto: Pixabay


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