02.11.2022

Neuer US-Kongressbericht: 50 % der UFO-Fälle bleiben unerklärlich

In dem Bericht, der noch diese Woche dem Kongress vorgelegt werden soll, wird behauptet, dass nur die Hälfte der Fälle zufriedenstellend rational erklärt werden kann.

 

Dieses UFO-Dossier ist eines der vom US-Kongress halbjährlich geforderten Berichte, der durch den letztjährigen National Defense Authorization Act (NDAA) in Auftrag gegeben wurde und Teil einer Reihe neuer Gesetze ist, die die Regierung zu mehr Transparenz bei unerklärlichen Phänomenen in unserem Luftraum und auf unseren Meeren zwingen (siehe Infokasten unten).

In dem 22-seitigen Bericht, der vom Büro der Direktorin des Nationalen Nachrichtendienstes (Office of the Direcor of National Intelligence, ODNI) erstellt wurde, werden 366 UAP-Zwischenfälle aufgeführt. UAP (Unidentified Aerial Phenomena, deutsch: unidentifiziertes Luft-/Luftraum-Phänomen) ist die neuerdings gerne verwendete Bezeichnung für nicht identifizierte Flugobjekte (UFOs). Dies ist ein deutlicher Anstieg gegenüber den 144 Fällen, die in dem vom Büro im vergangenen Jahr veröffentlichten Dokument zur „vorläufigen Bewertung" genannt wurden und besonders interessant an dem neuen Bericht ist, dass alle Fälle aus US-Regierungsquellen stammten und ODNI nur etwa die Hälfte der Fälle erklären kann. Doch es haben sich bereits ODNI-Quellen dazu geäußert, die behaupten, dass die andere Hälfte entweder „beschönigt" wurde oder weiterhin ein Rätsel bleiben.

 

Zu diesen ungeklärten Fällen gehören einige Fälle von mysteriösen Objekten (einige werden als »Kugeln« beschrieben), die von Reaper-Kampfdrohnen der US-Streitkräfte bei der Überwachung des Nahen Ostens erfasst wurden und sich ungewöhnlich bewegten. Andere in dem ODNI-Bericht dokumentierte UFOs sollen sich mit unglaublicher Geschwindigkeit bewegt sowie scheinbar unmögliche Manöver vollführt haben und jenen Flugobjekten geähnelt haben, die von US-Marinepiloten vor der Küste der Vereinigten Staaten gefilmt wurden und als die sogenannte »Tic-Tac-UFOs« weltweit für Schlagzeilen sorgten.


Einige der Sichtungen wurden auf eine „neuartige Überwachung durch feindliche Nationen" zurückgeführt, was darauf schließen lässt, dass beispielsweise China über eine ziemlich ausgeklügelte Technologie verfügt. Doch andere wiederum scheinen sich trotz aller Bemühungen jeglicher Erklärung zu entziehen. „Sie klopfen sich selbst auf die Schulter, weil sie mehr als die Hälfte der Fälle gelöst haben", so eine Quelle des ODNI gegenüber Mail Online. „Aber wir geben einen feuchten Dreck auf die, die sie gelöst haben. Ja, da oben sind Ballons, und Ballons werden manchmal mit UAPs verwechselt. Aber es gibt Schei**stapeln von geheimen Videos, die ziemlich tiefgründig und ziemlich klar sind. Sie wollen nicht über dieses Zeug reden, weil sie wirklich, wirklich nicht wissen, was zum Teufel sie sind. Das ist die Wahrheit."

 

Interessant ist, dass man damit unmissverständlich eingesteht, dass man zwar unerklärliche Flugobjekte beobachtet, dokumentiert und analysiert habe, doch keine Ahnung hat, woher diese Objekte kommen und wer sie steuert. Aber wieso enthält der Bericht nicht auch jene Erklärungsoption für möglich, dass diese Objekte außerirdischen Ursprungs sind? Wies schließt man dies so selbstsicher aus?

Könnten diese Objekte denn tatsächlich Geheimtechnologien anderer Nationen wie Russland, Nordkorea oder China sein? Wohl kaum, da diese UFOs bereits seit Jahrzehnten gesichtet und dokumentiert werden und derartige technologisch fortschrittliche Flugobjekte keinen Sinn ergeben, wenn sie nie auch offiziell zur Abschreckung präsentiert und zum Nutzen eingesetzt werden. Schließlich wäre doch jedes Regime stolz, sich mit einer solchen revolutionäre Technologie rühmen zu können. Nicht zu vergessen, dass ein funktionierender Geheimdienst auch schon längst herausgefunden hätte, dass eine konkurrierende Nation für die UFO-Sichtungen der letzten 70 Jahren verantwortlich ist. Keine Regierung der Welt kann eine solche Technologie über so viele Jahrzehnte geheim halten.

Hintergrund des UFO-Berichts

In dem Beschluss vom 17. Juni 2020, in dem der US-Senatsausschuss die Ausgaben für die Geheimdienste der Nation für das kommende Jahr beschreibt, die United States Intelligence Community sowie das Verteidigungsministerium der Vereinigten Staaten dazu verpflichtet wurden, die „Sammlung und Berichterstattung" über Sichtungen von unerklärlichen Luftfahrzeugen zu „standardisieren" und sie alle sechs Monate dem US-Geheimdienstausschuss vorzulegen. Dieser Bericht muss folgende Angaben enthalten:

1. Eine detaillierte Analyse der Daten zu nicht identifizierten Luftphänomenen und nachrichtendienstliche Berichte, die vom Office of Naval Intelligence (nachrichtendienstliche Abteilung der U.S. Navy) gesammelt oder erfasst wurden - einschließlich Daten- und Geheimdienstberichte die von der Unidentified Aerial Phenomena Task Force geführt werden.

2. Eine detaillierte Analyse der Daten, die über unidentifizierte      Phänomene gesammelt wurden;
a. mittels Geospatial Intelligence (aus der Auswertung von      Bildern und raumbezogenen Informationen);
b.  mittels Fernmelde- und Elektronische Aufklärung;
c.  mittels menschlicher Aufklärung;
d. mittels Erfassung und Auswertung unbeabsichtigter Emissionen     der Aufklärungsobjekte (MASINT);

3. Eine detaillierte Analyse von Daten des FBI, die aus aus Untersuchungen von Eindringlingen von unidentifizierten Luftphänomen-Daten über den eingeschränkten Luftraum der Vereinigten Staaten;

4. Die detaillierte Aufstellung eines behördenübergreifenden Prozesses zur Gewährleistung einer zeitnahen Datenerfassung und zentralisierten Analyse aller nicht identifizierten Luftphänomene, die für die Berichterstattung an die US-Regierung, unabhängig davon, welche Dienststelle oder Behörde die Informationen erworben hat;

5. Identifizierung eines für den Prozess offiziell Verantwortlichen wie in Absatz 4 beschrieben;

6. Identifizierung potentieller Luft- und Raumfahrt- oder anderer Bedrohungen durch die nicht identifizierten Luftphänomene für die nationale Sicherheit, und eine Einschätzung, ob die Aktivität dieser nicht identifizierten Luftphänomene einem oder mehreren ausländischen Feinden zugeschrieben werden kann;

7. Identifizierung von Vorfällen oder Mustern, die auf einen potenziellen Feind hindeuten, der möglicherweise bahnbrechende Fähigkeiten in der Luft- und Raumfahrt erreicht hat, die den strategischen oder konventionalen Streitkräften der Vereinigten Staaten gefährden könnten;

8. Empfehlungen zur verstärkten Datenerhebung, verstärkter Forschung und Entwicklung sowie zusätzlicher Finanzierung und anderer Ressourcen.

© Fernando Calvo* für Terra Mystica

Foto: Pixabay, CC0 Creative Commons


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