23.04.2022

Schwedischer Forscher warnt vor neuer Botschaft an Außerirdische

Ein Wissenschaftler von der University of Oxford warnt eindringlich vor den Plänen, eine Botschaft mit Informationen über die Erde in den Weltraum zu senden, denn es könnte unbeabsichtigte, gravierende Folgen haben.

 

Die Frage, ob wir allein im Universum sind, bleibt eines der größten philosophischen Rätsel unserer Zeit und die Suche nach Beweisen für intelligente außerirdische Zivilisationen ist vielleicht eines der wichtigsten Unterfangen, das die Menschheit je unternommen hat. Sie hat das Potenzial, nicht nur die uralte Frage zu beantworten, ob wir allein im Universum sind oder nicht, sondern auch unser Selbstverständnis grundlegend zu verändern und zu zeigen, was es bedeutet, Mitglied einer weitreichenden kosmischen Gemeinschaft zu sein.

Unwiderlegbare Beweise für außerirdisches Leben zu finden, erweist sich jedoch als sehr schwierig - zumal man nicht weiß, ob diese uns überlegenen Zivilisationen überhaupt entdeckt werden möchten und nicht vielleicht technische Möglichkeiten nutzen, sich unseren Blicken zu entziehen.

 

Kürzlich hat ein Wissenschaftlerteam des Jet Propulsion Laboratory (JPL) der NASA in Los Angeles vorgeschlagen, eine neue, aktualisierte Version der Arecibo-Botschaft zu senden, die detailliertere Informationen über die Erde, unser Verständnis von Physik und Mathematik sowie die biochemische Zusammensetzung des Lebens - und sogar die Aufforderung einer Antwort - enthält (wir berichteten hier). Es spricht zwar einiges dafür, dass wir versuchen sollten, mit intelligenten außerirdischen Zivilisationen in Kontakt zu treten, aber man könnte auch argumentieren, dass es auf lange Sicht nicht unbedingt die klügste Entscheidung wäre, die Aufmerksamkeit auf uns zu lenken.

Für den Schweden Dr. Anders Sandberg, Senior Research Fellow am interdisziplinären Forschungszentrum Future of Humanity Institute (FHI) der englischen University of Oxford, wäre ein solcher Schritt jedoch mit einem großen Risiko verbunden. Im Gespräch mit The Telegraph warnte er vor den Plänen, Informationen über die Erde in den Weltraum zu senden, denn auch wenn die Wahrscheinlichkeit, dass die Nachricht von Außerirdischen aufgefangen wird, äußerst gering sei. könnten die Folgen extrem sein, sollte der Empfänger feindlich gesinnt sein. Die wahre Gefahr verbirgt sich vermutlich in der Annahme, dass intelligente Außerirdische zwangsläufig freundlich gesinnt wären, wenn wir jedoch unsere eigene Spezies hier auf der Erde als Beispiel nehmen, liegt es nahe, dass es da draußen sowohl feindliche als auch friedliche Außerirdische geben könnte - und wir haben keine Ahnung, wer von ihnen uns zuerst finden wird.

 

Außerirdische könnten durchaus ein großes Potenzial besitzen, feindlich gesinnt sein. Denn wenn man davon ausgeht, dass interstellare Raumfahrt auch für technisch fortschrittliche Zivilisationen grundsätzlich nur mit maximal 10 Prozent der Lichtgeschwindigkeit möglich sein wird - wovon die meisten Wissenschaftler ausgehen -, dann ist die Wahrscheinlich sehr groß, dass Aliens, die zu uns finden, unseren Planeten auch besiedeln wollen. Denn keine Zivilisation verlässt seinen Heimatplaneten, wenn es nicht nötig ist und zwischen bewohnbaren Himmelskörpern sind die Distanzen riesig.

Das bedeutet, dass jene Spezies, die zu uns kommt, aus irgendeinem Grund ihren Planeten verlassen musste und nach ihrer Jahrhunderte - oder Jahrtausende - langen Reise ganz sicher nicht nur einen Zwischenstopp auf der Erde machen werden. Nachdem sie endlich einen lebensfreundlichen Planeten gefunden haben, werden sie mit Sicherheit nicht wieder in ihr Raumschiff steigen und weitere zig Generationen durchs Universum reisen. Die rund sieben Milliarden Menschen könnten für sie vergleichsweise primitiv sein und bestenfalls als Sklaven für ihre Ziele dienlich sein, wenn sie unseren Planeten übernehmen.

 

Übrigens, auch andere kluge Köpfe wie der Physiker Mark Buchanan, der SETI-Astronom Joe Gertz, die Astrophysiker Dr. Frank Drake, Prof. Matthew Bailes und der inzwischen verstorbene Stephen Hawking sowie der ehemalige Mitarbeiter des britischen Verteidigungsministeriums (MOD), Nick Pope, hatten bereits ihre Bedenken einer Kontaktaufnahme mit Außerirdischen öffentlich zum Ausdruck gebracht. Denn ihrer Meinung nach ist die Wahrscheinlichkeit, dass uns intelligente Außerirdische Zivilisationen feindlich gesinnt sind, genauso so groß, wie das sie friedliche Absichten hegen. Dabei muss es nicht zwingend heißen, dass diese Aliens grundsätzlich kriegerisch oder feindselig wären. Es könnte ebenso gut sein, dass sie uns deshalb vernichten, um die kostbare Erde vor uns zu retten, weil lebensfreundliche Planeten wie dieser nicht so leicht über die DNA zu reproduzieren sind, wie zum Beispiel ein Mensch.

 

© Fernando Calvo* für Terra Mystica

Foto: Pixabay, CC0 Creative Commons


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