04.07.2021

UFO-Bericht des Pentagon beschäftigt britisches Parlament

Der viel diskutierte Pentagon-Bericht zu dem UFO-Phänomen war vergangene Woche auch Thema im britischen Parlament.

 

Laut einem Bericht in der schottischen Tageszeitung The Herold erfolgte die interessante Diskussion am 30. Juni während einer Sitzung des Oberhaus des britischen Parlaments (House of Lords), als mehrere Politiker Fragen zu der potenziellen nationalen Bedrohung durch das UFO-Phänomen stellten. Hintergrund war der am 25. Juni veröffentlichte UFO-Bericht des US-Verteidigungsministerium, in dem man zu dem Ergebnis kam, dass unidentifizierte Luftphänomene (UAPs) sowohl ein Flugrisiko als auch eine potenzielle Bedrohung für die nationale Sicherheit darstellen, entweder durch das Ausspionieren amerikanischer Operationen durch fremde Nationen oder durch eine „bahnbrechende Luft- und Raumfahrttechnologie eines potenziellen Feindes" (wir berichteten hier). Es war aber auch ein unmissverständliches Eingeständnis des Pentagon, dass sie zwar unerklärliche Flugobjekte, dokumentiert und analysiert haben, doch nicht wissen, woher diese Objekte kommen und wer sie steuert.

Deshalb sprach auch unter anderem Lord Sarfraz das Thema UFOs und nationale Sicherheit an und sagte in seiner Rede an das Oberhaus: „Jahrzehntelang wurden Menschen, die sich mit UFOs beschäftigten, als Phantasten abgetan. Aber jetzt hat der US-Direktor des nationalen Geheimdienstes, der 17 Geheimdienste beaufsichtigt, einen Bericht veröffentlicht, der besagt, dass die Daten über UFOs nicht schlüssig sind. Der Bericht bietet mehrere mögliche Erklärungen. Er schließt nicht aus, dass es sich um militärische Flugzeuge mit sehr schnellen Fähigkeiten oder sogar um außerirdische Phänomene handeln könnte.“ Dann wendete er sich direkt an die Staatsministerin im Verteidigungsministerium, Baroness Goldie, und fragte sie, ob sie „den Mitgliedern der Öffentlichkeit versichern kann, dass das Verteidigungsministerium (MoD) Berichte über unidentifizierte Objekte in unserem Luftraum sehr ernst nimmt?"

 

Baroness Goldie bestätigte die Ergebnisse des US-Reports und wies darauf hin, dass dem eigenen britischen Verteidigungsministerium „keine Berichte über unidentifizierte Luftphänomene vorliegen, aber kontinuierlich den britischen Luftraum überwachen, um jede glaubwürdige Bedrohung seiner Integrität zu identifizieren und darauf zu reagieren. Es vertraut auf die bestehenden Schutzmaßnahmen." Sie äußerte sich jedoch recht skeptisch gegenüber dem Phänomen und betonte, dass „das Verteidigungsministerium sich mit tatsächlichen Bedrohungen befasst, die durch Beweise belegt sind."

Das Gespräch entwickelte sich zur Diskussion, als dann der ein anderer Abgeordneter, Viscount Ridley, argumentierte, dass „die Vorstellung, dass es in einer Ära von Handy-Kameras, Drohnen und Massenreisen möglicherweise außerirdische Raumschiffe geben könnte, die unentdeckt in unserer Atmosphäre herumschwirren, halte ich nicht für sehr plausibel." Ridley hielt es für viel wahrscheinlicher, dass diese verschwommenen UFO-Bilder eher eine langweilige Erklärung als einen außerirdischen Ursprung hätten.

 

Die Frage, ob UFOs eine mögliche Bedrohung darstellen, wurde noch einmal von einem anderen Abgeordneten, Lord Coaker, aufgeworfen, der Baroness Goldie fragte, ob sie mit der Einschätzung des Pentagons übereinstimme, dass das Phänomen eine ernste Angelegenheit der nationalen Sicherheit darstelle. Sie erklärte, dass sie die Einschätzung des US-Verteidigungsministeriums zur Kenntnis nimmt, wies aber erneut darauf hin, dass das britische Verteidigungsministerium „Bedrohungen in erster Linie als existent betrachtet. Wir betrachten sie als etwas, das durch Beweise untermauert werden muss, und das ist so, weil wir wissen müssen, was wir ansprechen und wie wir es am besten ansprechen können."

Was die Möglichkeit betrifft, dass Großbritannien seine eigene Untersuchung über UFOs starten könnte, ähnlich dem, was das Pentagon gerade erarbeitet hat, sagte Baroness Goldie, dass „das Verteidigungsministerium keine Pläne hat, einen eigenen Bericht über UAP durchzuführen, weil in über 50 Jahren kein solcher Bericht die Existenz einer militärischen Bedrohung für das Vereinigte Königreich angedeutet hatte."

 

Zwar äußerte Baroness Goldie keine persönliche Meinung über die Qualität des vom Pentagon untersuchten Materials, betonte aber ihr Vertrauen an die nationalen Streitkräfte und wiederholte, dass „die britische Luftverteidigung alle fliegenden Systeme rund um die Uhr aufspürt und überwacht, um ein identifiziertes Luftbild als Teil der nationalen Sicherheitslage Großbritanniens zu liefern."

 

© Fernando Calvo* für Terra Mystica

Foto: Pixabay, CC0 Creative Commons

 

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