11.05.2022

US-Kongress: Erste öffentliche Anhörung zum UFO-Phänomen seit 1966

Bei der Anhörung, die sich auf die potenziellen Sicherheitsrisiken konzentrieren wird, sollen auch zwei Pentagon-Beamte als Zeugen aussagen.

 

Die Anhörung wurde auf den 17. Mai angesetzt und findet vor einem Unterausschuss des Geheimdienstausschusses des Repräsentantenhauses statt. Geleitet wird es vom kalifornischen Abgeordneten Adam Schiff, der gegenüber der New York Times erklärte, dass die Anhörung „eines der großen Rätsel unserer Zeit" erforschen und „den Kreislauf von übermäßiger Geheimhaltung und Spekulation mit Wahrheit und Transparenz durchbrechen" werde.

Es ist in der Tat sehr ungewöhnlich, dass ein solches Ereignis überhaupt stattfindet, und es wird das erste Mal seit über fünf Jahrzehnten sein, dass wieder eine öffentliche Anhörung zum UFO-Phänomen im Kongress abgehalten wird. Zuletzt war es im Jahre 1966, als Gerald R. Ford, der damalige republikanische Minderheitsführer des Repräsentantenhauses aus Michigan, eine Anhörung organisierte. Sie war die Reaktion auf ernstzunehmende UFO-Berichte von über 40 Augenzeugen - darunter 12 Polizisten - die von der U.S. Air Force damals lapidar mit der Erklärung »Sumpfgas« zu den Akten gelegt wurden, was Ford als unbefriediegend und zu „oberflächig“ untersucht bezeichnete. „Ich denke, dass das amerikanische Volk ein Recht auf eine gründlichere Erklärung hat, als ihnen bisher von der Air Force gegeben wurde", so Ford in einem Brief an zwei Hausausschüsse am 28. März 1966.

Die jetzt kommende Anhörung folgt auf die Veröffentlichung eines vom Kongress angeforderten Berichts über »unidentifizierte Luftphänomene« (UAPs) aus dem vergangenen Juni (wir berichteten hier). Das Dokument enthielt eine neunseitige „vorläufige Bewertung" des Büros des Direktors des Nationalen Nachrichtendienstes und konzentrierte sich auf 144 Vorfälle, die bis 2004 zurückreichten - und von denen sie nur einen einzigen erklären konnten. Der Bericht lehnte es ab, Schlussfolgerungen zu ziehen, da die vorhandene Berichterstattung „weitgehend nicht schlüssig" sei, und stellte fest, dass die eingeschränkten und uneinheitlichen Daten die Bewertung der Phänomene schwierig gestalten würden, die meisten der gemeldeten Phänomene jedoch offenbar physische Objekte darstellen würden.

 

Die Bewertung kam zu dem Schluss, dass es sich bei den unidentifizierten Objekten nicht um geheime US-Technologie handelt und dass „wir derzeit keine Daten haben, die darauf hindeuten, dass irgendwelche UAP Teil eines ausländischen Erfassungsprogramms sind oder auf einen bedeutenden technologischen Fortschritt eines potenziellen Gegners hindeuten."

Die für kommenden Dienstag angesetzte Anhörung soll sich auf die Arbeit einer Gruppe innerhalb des Pentagons konzentrieren, die die durch den Bericht aufgeworfenen Fragen zur nationalen Sicherheit und Flugsicherheit weiterverfolgt. „Da es sich um einen Bereich von hohem öffentlichen Interesse handelt, kann jede unangemessene Geheimhaltung ein Hindernis für die Lösung des Rätsels sein oder uns daran hindern, Lösungen für mögliche Schwachstellen zu finden", erklärte der Abgeordnete André Carson, Demokrat aus Indiana und Vorsitzender des Unterausschusses für Terrorismusbekämpfung, Spionageabwehr und Verbreitungsbekämpfung des Geheimdienstausschusses des Repräsentantenhauses, der die Anhörung durchführten wird. „Bei dieser Anhörung geht es darum, zu prüfen, welche Maßnahmen das Pentagon ergreifen kann, um das Stigma der Berichterstattung durch Militärpiloten und zivile Piloten zu verringern."

 

Zu den geplanten Zeugen gehören Ronald S. Moultrie, Unterstaatssekretär des Verteidigungsministeriums für Nachrichtendienste und Sicherheit, und Scott W. Bray, stellvertretender Direktor des Marinegeheimdienstes.

 

© Fernando Calvo* für Terra Mystica

Foto: Pixabay, Bearb. F. Calvo


* Die Beiträge unterliegen dem Urheberrechtsschutz und das Kopieren ist laut unseren Urheberrechtsbestimmungen nur für nichtkommerzielle Zwecke und dem deutlichen Hinweis auf den Autor und Direktlink zu http://terra-mystica.jimdofree.com  gestattet.