03.07.2021

Whistleblower: Weshalb ich das UFO-Programm verließ

Der ehemalige Leiter eines UFO-Programms des Pentagons, Luis Elizondo, hat sich in einem Interview zu den persönlichen Beweggründen geäußert, die ihn zum Verlassen des US-Geheimdienstes veranlassten.

 

Luis Elizondo ist ein ehemaliger US-Geheimdienst-Mitarbeiter, der das geheime 22 Millionen Dollar teure »Advanced Aerospace Threat Identification Program« () (deutsch: Programm zur Identifizierung von Bedrohungen im Luft- und Weltraum) von 2007 bis 2012 leitete. Er hat bei vielen Gelegenheiten ausgesagt, dass er während seiner Zeit bei dem AATIP-Programm eindeutige Daten gesehen hätte, die darauf hindeuten, dass technologisch fortgeschrittene Objekte über die Lufträume der Vereinigten Staaten fliegen.

Bei einem Auftritt in der Fox-Sondersendung TMZ Investigates: UFOs: The Pentagon Proof sprach Elizondo nun mit Harvey Levin ausführlicher über die Situation der US-Regierung in Bezug zum UFO-Phänomen. Er wiederholte seine Behauptung, dass die Regierung im Besitz von »exotischem Material« sei und dass er in 2017 nach 22 Dienstjahren seinen Rücktritt als Geheimdienst-Mitarbeiter von AATIP deshalb eingereicht hatte, weil seine Vorgesetzten sich weigerten, seine Erkenntnisse über potenziell außerirdischen Interventionen auf US-amerikanischen Boden dem damaligen Verteidigungsminister James Mattis vorzulegen.

 

„Ich stieß auf erheblichen Widerstand, als ich einige der höchsten Führungskräfte im Verteidigungsministerium über unsere Erkenntnisse informierte", schilderte er. „Und ich hielt in meinem Rücktrittsschreiben fest, was ich glaubte, dass der Chef hören sollte, nämlich, dass diese Dinge real sind. Dass wir echte Beweise haben, nicht nur von ausgebildeten Beobachtern, sondern auch von elektro-optischen Geräten sowie von Radardaten, und dass diese Dinge ungestraft innerhalb des kontrollierten US-Luftraums operierten." Damit will Elizondo ausdrücken, dass der US-Geheimdienst und das Pentagon stichhaltige Beweise für die Existenz von Flugobjekten besitzen, die rational nicht mit irdischer Technologie zu erklären sind und sie vor der Öffentlichkeit verbergen.

Der jetzt am 25. Juni veröffentlichte offizielle Bericht des Pentagons zum UFO-Phänomen (wir berichteten hier) hat Elizondos bisherigen Behauptungen Glaubwürdigkeit verliehen, indem sie die Existenz von unidentifizierten Flugobjekten über den Luftraum der Vereinigten Staaten bestätigten, die sie nicht erklären können. Genugtuung empfindet Elizondo dadurch aber nicht, denn laut seiner Aussage habe der oberste Beamte des Pentagon versucht, ihn zu diskreditieren und damit gedroht, ihn in der Öffentlichkeit als verrückt darzustellen, damit er als Risiko für die nationale Sicherheit angesehen wird.

 

Zudem wären mehrere Internet-Blogger von diesem leitenden Beamten angeschrieben und informiert worden, dass er nie irgendwelche Aufgaben mit Bezug auf AATIP gehabt hätte und dass sich AATIP auch gar nicht mit dem Studium von UAPs (UFOs) beschäftigt habe, so Elizondo in dem Schreiben an den Generalinspektor. Infolgedessen sollen die Blogger entsprechende Berichte über ihn verbreitet und ihn beschuldigt haben, ein Desinformant zu sein. Deshalb hat er auch eine formelle Beschwerde beim Generalinspektor des Verteidigungsministerium eingereicht.

„Was er sagt, ist, dass es bestimmte Personen im Verteidigungsministerium gibt, die ihn tatsächlich angriffen und öffentlich Lügen über ihn verbreitet haben. Sie haben die Macht der Autorität ihrer Ämter benutzt, um ihn in Verruf zu bringen und zu diskreditieren. Sie behinderten seine Möglichkeiten, draußen in der Welt eine bezahlte Erwerbstätigkeit zu finden und vor allem auch zu erhalten", schreibt Elizondos Anwalt, Daniel Sheehan. „Und auch seine Sicherheitseinstufung ist bedroht."

 

Laut Sheehan ginge es Elizondo nicht nur darum, seinen Namen reinwaschen, sondern auch das Pentagon dazu zu zwingen, alle Unklarheiten darüber zu beseitigen, was es über das UFO-Phänomen weiß.

 

© Fernando Calvo* für Terra Mystica

Foto: Luis Elizondo, Bearb. F. Calvo


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